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Der Film zum Projekt Wie ein Metallbauer einen fünf Tonnen schweren Wal gebaut hat

Ein Metallbauer hat einen fünf Tonnen schweren Orca gebaut. Mitte September wurde er offiziell eingeweiht. Wie und warum es dazu kam.

Treffen sich ein Künstler, ein CAD-Zeichner und ein Metallbauer. Ein halbes Jahr später steht ein fünf Tonnen schwerer Wal im Hof des Handwerkers. Was sich anhört, wie ein Witz, ist tatsächlich passiert. Metallbauer Bernd Schittenhelm und sein Team aus dem schwäbischen Gäufelden haben einen Orca in Lebensgröße nachgebaut.

Sieben auf zweieinhalb Meter misst das Tier aus Stahl, das nun bei der Firma Orca in Villingen-Schwenningen steht. Der Spezialist für Zerspanungstechnik hatte das außergewöhnliche Projekt in Auftrag gegeben und gemeinsam mit  Andreas Furtwängler und dem CAD-Zeichner Patrik Hauser entstand ein Kunstwerk, das es so nur einmal auf der Welt geben dürfte: 39 gelaserte und mit Bolzengewinden miteinander verbundene Metallscheiben in Form eines Schwertwals. Als Material wählten die Handwerker einen oberflächlich rostenden, wetterfesten Corten Stahl. Maße und Gewicht entsprechen dabei in etwa den Werten eines lebendigen Orcas.

Ein Kunstwerk in 400 Stunden

Für Schittenhelm war die Koordination mit allen Projektpartnern eine besondere Herausforderung. Die Idee zu dem Kunstwerk entstand im März. Nachdem zuerst der Entwurf des Künstlers da war, mussten CAD-Pläne angefertigt und vor allem die Statik berechnet werden. Erst danach konnten sich Schittenhelm und seine Kollegen ans Werk machen. „Ich musste überlegen, wie gehe ich das ganze an, dass es noch wirtschaftlich ist, aber meinen Qualitätsansprüchen genügt“, sagte Schittenhelm.

Bei der feierlichen Verabschiedung des Orcas Mitte September im Beisein von Freunden und Familie im Hof der Firma Schittenhelm, waren alle Beteiligten stolz, aber auch froh, dass das Projekt endlich fertig war. „Meine Mitarbeiter waren Feuer und Flamme für das Projekt. Die wollten an manchen Tagen keinen Feierabend machen“, sagte Schittenhelm. Insgesamt beziffert er die Arbeitszeit auf 400 Stunden.

Das Orca-Team

Die Firma hat das gesamte Projekt mit der Kamera begleiten lassen. Die Videodokumentation wird am 14. Oktober auf den Businesswochen der Region Böblingen vorgestellt. Weitere Projekte des mittlerweile 315-Jährigen Betriebs gibt es zum Beispiel in Herrenberg zu sehen. Dort haben sie, ebenfalls mit Künstlern zusammen, den Pendelschlag gebaut, ein 16 Meter hohes Monument, welches im Zentrum der Stadt aufgestellt ist.

Projekt Orca Wal - 5 Tonnen - Whale

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