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Pillerseetal Werktstattbesuch beim Weihnachtsmann

Wenn im Tiroler Pillerseetal in den Kitzbühler Alpen die Adventszeit beginnt, kehrt Ruhe in in die Werkstatt des Schnitzers Thomas Erhart ein. Dann dann ist sein Werk getan.

Josef und Maria und die vielen Engel, sie brauchen nur wenig Raum, um das Licht der Welt zu erblicken. Schnitt für Schnitt entstehen sie in der Werkstatt von Thomas Erhart, der aus einem Stück Zirbenholz wahre Kunstwerke zaubert. Wenn im Tiroler Pillerseetal in den Kitzbüheler Alpen die stimmungsvolle und besinnliche Adventszeit beginnt, kehrt Ruhe ein in die nur wenige Quadratmeter große Werkstatt des Schnitzers, der in Fieberbrunn, dem Hauptort des Tales, zu Hause ist. Denn sein Werk ist jetzt getan, das Ergebnis seiner Arbeit kann sich bei Krippenschauen und Adventsmärkten sehen lassen. Die Tage vor Weihnachten werden im Pillerseetal stets zu einem besonderen Fest der Besinnlichkeit.

"Ein bissl ein Auge braucht man schon", sagt der 69-Jährige mit dem imposanten grauen Bart, mit dem er auch sofort als Weihnachtsmann einsetzbar wäre, bescheiden über seine Kunstfertigkeit, deren Zeugnisse in zahlreichen Krippen der Region zu finden sind. Wie kaum ein anderer verkörpert er, den Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Brauchtum und Tourismus.

Die Wochen vor dem großen Fest sind hier nicht geprägt von Hektik und Stress. "Die sogenannte stade Zeit ist hier wirklich ruhig", sagt auch Florian Phleps, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Und ruhig sollen sie bleiben, die Wochen bis zum 24. Dezember, die auch Urlaubern besondere Mußestunden in den Bergen bescheren und sie Kraft tanken lassen für die Hektik des Alltags - oder der bevorstehenden Feiertage. "Ruhe bedeutet nicht Langeweile", erläutert Phleps, "vielmehr versuchen wir, unsere Besucher in dieser Zeit mit dem gewachsenen Brauchtum eins werden zu lassen."

Davon gibt es in dieser Tiroler Region eine Menge. Wenn am frühen Morgen zur Rorate-Messe geladen wird, ist das kein touristisches Event, sondern Ausdruck bodenständiger Frömmigkeit. Wenn am 29. November die große Fieberbrunner Krippenausstellung mit einem Adventssingen eröffnet wird, sind Gäste gern gesehen. Auch Krippenschnitzer Thomas Erhart, eigentlich gelernter Zimmermann, ist mit von der Partie. Wohl rund 300 Krippen- und über 100 große Figuren sind in seiner kleinen Werkstatt mit den genau 115 Schnitzmessern entstanden. "Im Advent", so sagt auch er, "rücken die Familien wieder enger zusammen."

Selbstgebackenes und -gebasteltes, heißer Glühwein oder Punsch, der Duft von Weihrauch – die Einstimmung auf die Weihnachtszeit könnte nicht passender sein als bei den zahlreichen Veranstaltungen im Tal. Ob am 30. November beim großen Bastelmarkt in Waidring, bei Adventsbasaren in St. Jakob und in Hochfilzen. Und so geht es weiter. Wer diese stille Zeit bei vorwinterlichen Spaziergängen oder ersten Aktivitäten im Schnee nutzen will, findet Stunden ohne Trubel und kann sich auf seinen eigenen Rhythmus besinnen. Beim Nikolaus- und Krampuseinzugs in St. Ulrich am 5. Dezember oder beim großen Fieberbrunner Christkindlmarkt am 6. Dezember genießt man die Vorweihnachtliche Stimmung.

Immer wieder sind es Krippen, die in dieser Zeit eine große Rolle spielen. Eine umfangreiche Ausstellung gibt es nicht nur in Fieberbrunn, sondern auch in Waidring am 14. und 15. Dezember. Dort kann man am 8. Dezember beim traditionellen "Adventshoangascht" Punsch, Glühwein und Kastanien genießen. Mit dabei ist auch eine Anklöpflgruppe, die an den alten Brauch des Anklopfens erinnert, das stets mit ein paar Gaben beantwortet wurde.

Thomas Erhart wird sich wohl schon bald wieder um seine kleinen Lieblinge kümmern. "Die Mimik, der Gesichtsausdruck – das ist das schwerste", erzählt er. "Jeder Schnitt zählt." Gäste sind in seiner Werkstatt jederzeit willkommen. Seit 25 Jahren geht er nun dieser Leidenschaft nach, die aus fünf Jahre lang gelagertem Zirbenholz filigrane Kunstwerke entstehen lässt. dhz

Auskunft: Tourismusverband Pillerseetal, A-6391 Fieberbrunn, Telefon 0043-5354-56304, pillerseetal.at

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