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Steuer aktuell: Firmenwagen Werkstattwagen: So vermeiden Sie Steuern auf die Privatnutzung

Ein Werkstattwagen – ohne Rückbank und ohne Fenster – wird normalerweise nicht als Firmenwagen berechnet, der auch privat genutzt werden könnte. Damit Sie sicher sein können, dass das Finanzamt keine zusätzlichen Steuern verlangt, müssen Sie Nachweise erbringen. Das ist zu beachten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Zahlreiche Leser wollten mehr Infos zu unserem Beitrag „Steuerspartipps rund um den Firmenwagen“ der Deutschen Handwerks Zeitung. Die meisten Fragen drehten sich um die Kurzinfo in unserem Praxisbeitrag, dass bei Nutzung eines "Werkstattwagens" grundsätzlich kein Privatnutzungsanteil versteuert werden muss. Hier die wichtigsten Infos dazu und vor allem die Fundstellen, auf die sich Handwerker gegenüber dem Finanzamt berufen können.

Für einen „Werkstattwagen“ müssen weder ein Unternehmer, noch ein Arbeitnehmer eine Privatnutzung versteuern, wenn folgende Nachweise erbracht werden können:

  • Bei dem genutzten Firmenwagen handelt es sich um einen Werkstattwagen. Das ist ein Fahrzeug, bei dem hinteren Sitze ausgebaut und durch Werkzeug- oder Materialschränke ersetzt sind. Gegen eine Privatnutzung sprechen oftmals auch verblechte Fenster oder Trennwende zwischen Vordersitzen und den Werkzeugschränken im hinteren Fahrzeugbereich.
  • Der Unternehmer bzw. der Arbeitnehmer kann ein privates Fahrzeug für seine Privatfahrten nutzen.

Dass solche Fahrzeuge sich nicht zu Privatfahrten eigenen, wurde bereits in folgenden Urteilen klargestellt: BFH, Urteil v. 18.12.2008, Az. VI R 34/07; FG Köln, Urteil v. 19.5.2011, Az. 10 K 4226/09. Auch das Bundesfinanzministerium erkennt die BFH-Rechtsprechung zum Werkstattwagen an (BMF, Schreiben v. 18.11.2009, Az. IV C 6 – S 2177/07/10004).

Tatsächliche Nutzung eines Werkstattwagens zu privaten Zwecken

Kann das Finanzamt einem Arbeitnehmer oder einem Unternehmer jedoch nachweisen, dass er seinen Werkstattwagen tatsächlich für Privatfahrten genutzt hat, muss ein Privatanteil versteuert werden. Die Nutzung eines Werkstattwagens ist also kein Freifahrtschein für die Nicht-Besteuerung der Privatnutzung.

Tipp: Oftmals passiert es, dass Prüfer des Finanzamts sich erst nach vielen Jahren zu einer Betriebs-, Umsatz- oder Lohnsteuerprüfung anmeldet und der damals genutzte Werkstattwagen sich gar nicht mehr im Betrieb befindet. Das kann dazu führen, dass ein Privatanteil nachträglich versteuert werden muss, weil dem Finanzamt nicht plausibel nachgewiesen werden kann, dass es sich bei genutzten Pkw tatsächlich um einen Werkstattwagen gehandelt hat.

Ausweg: Schießen Sie Fotos von dem Werkstattwagen und bewahren Sie diese bei Ihren Steuerunterlagen auf.

Leser-Service: Das Thema "Werkstattwagen" oder die Themen "Vorsteuerabzug für Privat-Pkw", "Kein geldwerter Vorteil bei Nutzung eines Dienstwagens wegen Rufbereitschaft", "Investitionsabzugsbetrag für Pkw" viele weitere Themen rund um den Firmenwagen finden Sie auch in unserem Ratgeber "Steuer-1x1 für Handwerksbetriebe: Steuersparmodell Firmenwagen", der hier bestellbar ist. Dieser Ratgeber lässt praktisch keine Frage offen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .

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