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Steuertipp Wenn das häusliche Arbeitszimmer zur Steuerfalle wird

Nutzt ein Handwerker in einem Eigenheim ein häusliches Arbeitszimmer und ordnet dieses dem Betriebsvermögen seines Handwerksbetriebs zu, muss er bei Aufgabe seines Unternehmens einen Aufgabegewinn versteuern. In diesem steckt auch ein Gewinn für das Arbeitszimmer. Und das kann teuer werden.

In einem Urteilsfall durfte ein selbständiger Handwerker die Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer nur bis zu einem Betrag von 1.250 Euro pro Jahr als Betriebsausgabe geltend machen, weil das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt seiner Tätigkeit darstellte. Bei Aufgabe seines Handwerksbetriebs ermittelte das Finanzamt den Marktwert für das häusliche Arbeitszimmer und zog davon den Buchwert des Arbeitszimmers ab. Der Differenzbetrag wurde als Gewinn dem Aufgabegewinn zugeschlagen und besteuert.

Streitpunkt Buchwert bei Betriebsaufgabe

Zum Streitpunkt wurde die Ermittlung des Buchwerts. Denn das Finanzamt zog von den Anschaffungskosten des Arbeitszimmers die reguläre Abschreibung über Jahrzehnte der Tätigkeit als Handwerker ab, obwohl der Handwerker ja wegen der Abzugsbeschränkung auf 1.250 Euro pro Jahr einen Großteil der Abschreibung gar nicht als Betriebsausgabe geltend machen dürfte.

Steuertipp: Die schlechte Nachricht: Der Bundesfinanzhof stellte in einem Urteil klar, dass bei Ermittlung des Buchwerts die komplette Abschreibung abzuziehen ist, selbst wenn sich wegen der Abzugsbeschränkung beim Betriebsausgabenabzug für das häusliche Arbeitszimmer nur ein Bruchteil dieser Abschreibung gewinnmindernd ausgewirkt hat. Dass dadurch ein deutlich höherer Aufgabegewinn entsteht, ist nicht verfassungswidrig (BFH, Urteil v. 16.6.2020, Az. VIII R 15/17; veröffentlicht am 22. Oktober 2020).

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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