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Berufsbildungsbericht: Angebot und Nachfrage passen oft nicht zusammen Hohe Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt

Neue Probleme auf dem Ausbildungsmarkt: Einerseits können immer mehr Lehrstellen nicht besetzt werden. Anderseits gibt es immer noch unversorgte Jugendliche.

Während es für Unternehmen zusehends schwieriger wird, ihre Lehrstellen zu besetzen, haben es Schulabgänger bei der Lehrstellensuche leichter. "Die Chancen für Jugendliche haben sich weiter verbessert", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) nach dem Beschluss des Berufsbildungsberichtes im Kabinett.

Die Jugendlichen müssten die Chancen aber auch nutzen, ergänzte sie. Gerade im vergangenen Jahr sei die Zahl der unbesetzten Lehrstellen um zehn Prozent auf 41.000 Ausbildungsplätze gestiegen. Die "Passungsprobleme" stellten weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. "Angebot und Nachfrage haut nicht hin", sagte sie. Hier sieht sie weiteren Handlungsbedarf.

Vor allem kleine Handwerksbetriebe haben Probleme

Auch im Handwerk sind 2015 knapp zehn Prozent oder rund 14.442 Lehrstellen unbesetzt geblieben. "Vor allem kleine Ausbildungsbetriebe haben Probleme, Nachwuchs für ihre Ausbildungsplätze zu finden," sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Insgesamt konnte das Handwerk aber gegen den allgemeinen Trend die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 1,6 Prozent oder 2.400 Lehrstellen steigern.

Trotz der unbesetzten Ausbildungsplätze gibt es immer noch viele Jugendliche in schulischen Übergangsystemen. Zwar ist ihre Zahl ist nach den Worten Wankas von 2005 bis 2014 um rund 165.000 zurückgegangen. Im vergangenen Jahr ist sie aber vor allem wegen der Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge wieder um 7,2 Prozent auf rund 271.000 Jugendliche gestiegen.

Neue Kampagne für duale Ausbildung

Damit trotz abnehmender Schülerzahlen und der Neigung vieler Schulabgänger zum Studium wieder mehr Jugendliche eine duale Ausbildung beginnen, setzt Wanka nicht nur auf eine neue bundesweite Informationskampagne unter dem Slogan "Du und Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar". Sie baut zudem weiter auf die frühzeitige Berufsorientierung in den Schulen.

Flüchtlinge können Ausbildungslücke verringern

Daneben will sie mehr Migranten – einschließlich Flüchtlinge – für die duale Ausbildung gewinnen. Sie verwies auf das gemeinsam mit dem ZDH und der Bundesagentur für Arbeit gestartete Programm "Wege in Ausbildung für Flüchtlinge", mit dem in den nächsten zwei Jahren bis zu 10.000 junge Flüchtlinge geschult und in eine duale Ausbildung gebracht werden sollen.

Darüber hinaus sollte die duale Ausbildung aber auch unter den schon länger in Deutschland lebenden Migranten mehr Interesse finden, sagte die Ministerin. Auch hier gebe es entsprechende Unterstützungsangebote. Wanka verwies zudem auf die Möglichkeiten der "assistierten Ausbildung". Mit diesem 2015 vom Bundesarbeitsministerium initiierten Programm seien mittlerweile über 5000 Jugendliche erreicht worden, die auch während ihrer Ausbildung Unterstützung benötigten.

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Kommentare

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j.h

anfoderungen

Wenn man die Stellenanzeigen liest hat man ja den eindruck er werden schnell einsetzbare billige Fachkräfte ,die schon Berufserfahrung mitbringen, gesucht aber keine Azubis.Firmen sind selber schuld mit ihren unrealistischen Anforderungen.