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Wohnimmobilienkreditrichtlinie Weniger Hürden für Baukredite

Künftig sollen auch Ältere und junge Familie wieder leichter an Immobilienkredite kommen. Der Bundestag und Bundesrat haben sich auf Klarstellungen zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie geeinigt.

Der Traum von den eigenen vier Wänden soll künftig bei Privatleuten nicht am Alter scheitern. Bundestag und Bundesrat haben sich auf entsprechende Klarstellungen zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie geeinigt. Danach sollen nicht von vornherein junge Familien, Senioren oder Arbeitnehmer mit befristeten Arbeitsverhältnissen durch Einschränkungen bei der Kreditwürdigkeit von der Vergabe von Immobilienkrediten ausgeschlossen sein.

Berücksichtigung von Wertsteigerungen bei Bau- und Renovierungsmaßnahmen

Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt die nachgebesserte Wohnimmobilienrichtlinie. So seien etwa Erleichterungen für Darlehensverträge vorgesehen, die "dem Bau oder der Renovierung einer Wohnimmobilie dienen", hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht wurde dies bisher nicht berücksichtigt. Das hat dazu geführt, dass insbesondere Rentner schwerer an Kredite kamen.

Für den Fall der Fälle höhere Kredithürden

Selbst im Fall einer drohenden Immobilienblase können Privatleute unter bestimmten Voraussetzungen noch auf ein Darlehen hoffen, wenngleich die Hürden merklich höher werden. Dies haben Bundestag und Bundesrat im "Finanzaufsichtsrechteergänzungsgesetz" beschlossen.

So soll die Finanzaufsicht zwar das Recht bekommen, bei Gefahren für die Stabilität des ganzen Finanzsystems Beleihungsobergrenzen für Wohnkredite zu verhängen und Tilgungsvorgaben zu machen. Es soll dabei aber eine Bagatellgrenze von 50.000 Euro geben, bis zu der Kredite ohne Einschränkung vergeben werden können. Auch ein Kredit von 200.000 beziehungsweise 400.000 Euro wäre dann noch relativ einfach zu bekommen, wenn nur 80 oder 60 Prozent "Beleihungswertes", sprich des möglichen Verkaufswertes, "beliehen" werden. bir

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