Vor der Ausbildung -

Einstiegsqualifikationen Handwerk: Mehr Chancen für schwächere Jugendliche

Angesichts der Schwierigkeiten Ausbildungsplätze überhaupt zu besetzen, greifen Handwerksunternehmer auf schwächere Jugendliche zurück. Das zeigt sich auch an den rückläufigen Zahlen für Einstiegsqualifikationen.

Azubi
Handwerksunternehmer haben zunehmende Schwierigkeiten Lehrlinge für den Wirtschaftszweig zu gewinnen. -

Langzeitpraktika zum Einstieg in eine duale Ausbildung haben in den vergangenen Jahren im Handwerk trotz der Appelle der Politik an Bedeutung verloren. Während 2010 noch 7.600 so genannte Einstiegsqualifizierungen angeboten und 6.600 von ihnen besetzt wurden, waren es 2013 nur 4.600 angebotene Stellen und 4.100 abgeschlossene Verträge, wie es beim Zentralverband des Deutschen Handwerks heißt.

Auch Schwächere gehen oft gleich in die Ausbildung

Wie es beim ZDH heißt, liegt die rückläufige Entwicklung von Einstiegsqualifikationen im Handwerk daran, dass das Interesse der Betriebe, zunächst freie Ausbildungsplätze zu besetzen, Priorität habe. Handwerksbetriebe suchten händeringend nach Auszubildenden und gäben auch Schwächeren eine Chance. Blieben aber Ausbildungsplätze oder auch EQ-Plätze über mehrere Jahre unbesetzt, sinke das Interesse entsprechende Angebote zu machen.

Appell gegen schulische Übergangsmaßnamen

Gleichwohl will auch das Handwerk wie die übrigen Partner des Ausbildungspaktes weitere Anstrengungen unternehmen, auch schwächere Schüler über sechs- bis zwölfmonatige Einstiegsqualifizierungen in eine duale Ausbildung zu bringen. Deutlich appellierten die Vertreter von Wirtschaft, Politik und die Bundesagentur für Arbeit an die Betroffen. „Jugendliche und ihre Eltern sollten der praxisorientierten Einstiegsqualifizierung den Vorfahrt vor einer berufsvorbereitenden schulischen Übergangsmaßnahme einräumen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Freie EQ-Plätze auch in anderen Branchen

Wie die Paktpartner mitteilten, waren zum Stichtag im Januar über alle Branchen hinweg noch 4.900 EQ-Plätze unbesetzt. Insgesamt hatte die Wirtschaft rund 18.500 EQ-Plätze zur Verfügung gestellt. Davon rund 5.000 für speziell förderungsbedürftige Jugendliche handelte. Die Paktpartner appellierten an die Jugendliche alle freien Plätze – ob im Handwerk oder anderswo – noch jetzt als Sprungbrett in die duale Ausbildung zu nutzen.

Wie die Ausbildungspartner zum Ende der Nachvermittlungsaktionen weiter mitteilten, waren Ende Januar noch 11.800 (Vorjahr: 7.700) Ausbildungsbewerber unversorgt. Ende September waren es noch 33.500. Als Grund nannten die Paktpartner, dass Bewerber und angebotene Stellen immer schwerer zueinander passten. Für das Handwerk liegen die konkreten Zahlen Ende Februar vor, wie es beim ZDH hieß.

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