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Vermögensbarometer Weltspartag 2017: Wie die Deutschen ihr Geld anlegen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat sein Vermögensbarometer 2017 vorgestellt. Die Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation so zufrieden, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Seit 2001 veröffentlicht der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) kurz vor dem Weltspartag sein jährliches Vermögensbarometer.

Wann ist Weltspartag 2017?

Der erste Weltspartag fand im Jahr 1925 statt. Die Sparkassen lockten die Kunden mit besonderen Aktionen und bekamen viel Zulauf. Im Dritten Reich und der DDR verlor er an Bedeutung. In Westdeutschland wurde er jedoch in den 1960er Jahren zum "Wirtschaftswunder" wieder verstärkt beworben. Ursprünglich wurde der 31. Oktober als Weltspartag festgelegt. Da das aber mit dem Reformationstag kollidiert, wurde er in Deutschland, bereits 1928, auf den letzten Werktag davor verschoben. Im Jahr 2017 fällt der Weltspartag also auf den 30. Oktober.

Deutsche sind mit finanzieller Situation zufrieden

59 Prozent der mehr als 2.800 befragten Personen sagen, sie wären zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Ein so hoher Wert wurde seit zehn Jahren nicht mehr erreicht. Gleichzeitig ist der Anteil der Personen, die ihre Situation als (eher) schlecht einstufen geschrumpft und liegt bei nur noch neun Prozent.

Am glücklichsten dürften Männer in Hamburg sein. Männer sind laut Studie fünf Prozent zufriedener als Frauen mit 57 Prozent.

Platz Bundesland (sehr) gute finanzielle Situation (in Prozent)
1 Hamburg 67
2 Bremen 63
3 Hessen 62
Bundesdurchschnitt 59
10 Sachsen-Anhalt 51
10 Thüringen 51
11 (letzter Platz) Brandenburg 48

Die Altersvorsorge verliert an Wert

Die Unzufriedenheit kann im Alter noch steigen, denn fast ein Viertel der Befragten gaben an, nicht vorzusorgen. 13 Prozent sehen sich dazu finanziell nicht in der Lage. Besonders trifft das Deutsche mit geringen Einkommen. Fast 50 Prozent sagen, sie sorgen nicht vor; rund 40 Prozent aus finanziellen Gründen. Ungefähr jeder achte Befragte rechnet mit Altersarmut. Die Hälfte geht davon aus, ihren Lebensstandard senken zu müssen.

Wie Vermögen aufbauen?

Haben die Deutschen vor zehn Jahren noch zu 47 beziehungsweise 66 Prozent in Renten- und Lebensversicherungen investiert, haben diese Anlageformen mittlerweile an massiv Bedeutung verloren. Mit jeweils nur mehr 24 Prozent belegen sie Platz vier und fünf. Im Jahr 2017 wird bevorzugt in Immobilien (selbst genutzt: 54 Prozent; fremd genutzt: 27 Prozent) und Aktien-, Investment- und Immobilienfonds (28 Prozent) investiert. Bausparverträge sind auch nicht mehr so gefragt.

Als wichtigster Faktor beim Vermögensaufbau wird nicht etwa die Rendite genannt, sondern die Sicherheit des angelegten Geldes.

Wie in Immobilien investieren?

Auch wenn der Immobilienerwerb die beliebteste Anlageart der Deutschen ist, ist die Bereitschaft zum Kauf seit letztem Jahr zurückgegangen. Der Rückgang ist auf die 20- bis 40-Jährigen zurückzuführen, deren Kaufinteresse um sieben Prozentpunkte gefallen ist. In der Gruppe der 40- bis 50-jährigen Deutschen ist die Bereitschaft jedoch gestiegen.

Kreditaufnahme bei Immobilienkauf

In den letzten Jahren ist die Bereitschaft, sich für den Kauf eines Eigenheims zu verschulden auf 83 Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 waren es noch 75 Prozent. Allerdings geben rund die Hälfte der Befragten 20- bis 50-Jährigen an, sich nur bis maximal 60 Prozent des Kaufpreises verschulden zu wollen.

Für ein Mietobjekt wollen sich nur 46 Prozent verschulden.

Immobilienkauf für junge Familien besonders attraktiv

Im Schnitt sagten die Befragten zu 16 Prozent, dass ein Immobilienkauf geplant ist. Bei jungen Familien ist der Wunsch fast doppelt so hoch. Die Bereitschaft sich den Traum mit einem Kredit zu ermöglichen ist mit 88 Prozent auch überdurchschnittlich. Notfalls auch bis zu 80 Prozent des Kaufpreises, sagen fast ein Drittel der jungen Familien.

Was bringen vermögenswirksame Leistungen?

Die Möglichkeit der vermögenswirksamen Leistungen (VL) nutzen nur 28 Prozent der Befragten. Arbeitgeber zahlen also für knapp ein Viertel der Deutschen bis zu 40 Euro monatlich in Bausparverträge oder Fondssparpläne ein. 3 Prozent gaben an noch nie etwas von VL gehört zu haben.

Persönliche Beratung erwünscht

3 Prozent sind nicht viel, zeigen aber auch das Beratungsangebote nicht überall ankommen. 80 Prozent der Deutschen würden ohne persönliche Beratung kein Geld anlegen. Extra dafür bezahlen, also eine Honorarberatung, empfinden aber 85 Prozent als ungerecht. Die Zahl schwindet jedoch mit dem verfügbaren Vermögen.

Wie Kredit abzahlen?

Durch den Niedrigzins beeinflusst, gaben 27 Prozent der Befragten an, ihr Kreditverhalten angepasst zu haben oder dies planen. 21 Prozent sagen mit einem niedrigeren, 17 Prozent mit einem höheren Kreditvolumen zu reagieren. 29 Prozent haben die Kreditlaufzeit verlängert. Die Verlängerung führt aber durch eine vergleichsweise hohe Restschuld zu einer erheblichen Mehrbelastung, gibt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zu bedenken. 33 Prozent der Befragten haben oder werden die Laufzeit verkürzen.

Was bedeutet Niedrigzins für das Sparverhalten?

Zwei Drittel der Deutschen fordern eine baldige Zinswende und damit eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein Drittel hat ihr Sparverhalten deshalb schon angepasst oder plant dies. Mehr als ein Drittel sparen weniger. Fast die Hälfte der Befragten legen ihr Geld lieber anders an, zum Beispiel in Immobilien.

Drei Viertel der Deutschen sorgen sich um ihre Ersparnisse und die 53 Prozent geben den Niedrigzinsen und die Geldpolitik der EZB als Grund an. Deutlich weniger sehen ihr Erspartes durch Sorgen um Europa und den Euro (fünf Prozent) oder den Staat und die politische Lage (jeweils knapp vier Prozent) in Gefahr.

Das Vermögensbarometer 2017 bescheinigt den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, trotz des Vertrauensverlustes in der Branche, mit 48 beziehungsweise 38 Prozent (sehr) hohes Vertrauen. dk

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