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Geld für Gesellen: Infos zur Antragstellung Weiterbildungsstipendium: Förderung nach dem Spitzen-Abschluss

Auszubildende, die ihre Gesellenprüfungen sehr gut abschließen und sich beruflich weiterentwickeln wollen, sollten sich umgehend bei ihrer Kammer nach einem Weiterbildungsstipendium erkundigen. Denn wer die Frist verpasst, geht leer aus.

Seit 25 Jahren gibt es das Weiterbildungsstipendium durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, bekannt unter dem früheren Namen "Begabtenförderung berufliche Bildung“. Bis zu 7.200 Euro in insgesamt drei Jahren bekommen Stipendiaten für ihre berufliche Weiterqualifizierung, wenn sie in das Programm aufgenommen werden. Dazu müssen sie:

  • ihre Berufsabschlussprüfung im dualen Ausbildungsberuf mit 87 Punkten oder besser als "gut“ (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnitt 1,9) bestanden haben, oder
  • bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb wie dem Praktischen Leistungswettbewerb oder "Die gute Form im Handwerk“ unter die ersten Drei gekommen sein, oder
  • ihre besondere Qualifikation durch einen Vorschlag des Arbeitgebers oder der Berufsschule nachweisen. Dieser gibt Junggesellen eine Chance, deren Notendurchschnitt nicht ausreicht.

Außerdem müssen die Bewerber jünger als 25 Jahre alt sein (Ausnahme Erziehungszeiten, Wehrdienst, Freiwilligendienst) und zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten oder als arbeitssuchend gemeldet sein.

Antrag über die Handwerkskammer

Die Fördermittel stammen vom Bundesbildungsministerium, Anträge bearbeitet die jeweilige Handwerkskammer, bei der das Ausbilduungsverhältnis eingetragen war. Hier erhalten Interessenten alle Informationen für die Bewerbung. Jede Kammer darf selbstständig über Termine und Abgabefristen entscheiden. Meist koppeln die Zuständigen ihre Termine an die jeweiligen Abschlussprüfungen im Sommer und Winter.

Interessenten sollten sich frühzeitig informieren, denn nur, wer vor Beginn der jeweiligen Weiterbildungsmaßnahme seinen Antrag gestellt hat, kann gefördert werden. Wer also beispielsweise die Meisterschule ab September besuchen will, muss seinen Antrag auf das Stipendium auf jeden Fall vorher abgeben, selbst, wenn bei seiner Handwerkskammer eine spätere Abgabefrist angegeben ist.

Meister oder Fachwirt

Das Stipendium fördert fachliche Lehrgänge zum Techniker, Handwerksmeister oder Fachwirt, aber auch fachübergreifende Weiterbildungen wie EDV-Kurse oder Intensivsprachkurse, sofern sie die berufliche Qualifikation vertiefen. In bestimmten Fällen werden auch berufsbegleitende Studien gefördert.

Weitere Informationen gibt es bei der jeweiligen Handwerkskammer oder bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung.

Zu unterscheiden ist die Begabtenförderung des Bundes übrigens von der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. Diese Stiftung fördert speziell Teilnehmer beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks sowie bei internationalen Berufswettbewerben. bst

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