Wiesbaden -

140. Vollversammlung Weiter hohes Ausbildungsniveau im Kammerbezirk Wiesbaden

Nach der Begrüßung durch Kammerpräsident Klaus Repp begann die 140. Vollversammlung der Handwerkskammer Wiesbaden mit einem Fachvortrag von Professor Dr. Friedrich Hubert Esser.

Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) referierte zu den „Herausforderungen der Digitalisierung für die Berufsbildung im Handwerk“. Die Digitalisierung, so Esser, sei nicht nur eine Herausforderung für die künftige Qualität der Ausbildung, sondern auch ein wichtiges Element, Handwerksberufe wieder attraktiver für Jugendliche zu gestalten.

Das könnte auch eine Antwort auf den Trend zum Hochschulstudium sein. Bei der Ausbildung der Ausbilder könne die Digitalisierung helfen, Methoden moderner zu gestalten. Als Beispiel nannte er sogenannte Erklär-Videos, die verschiedene Aspekte der Ausbildung gut und verständlich veranschaulichen könnten. Ein entsprechendes Ausbilderqualifizierungskonzept habe das BIBB bereits dem Bundesbildungsministerium vorgelegt.

Ausbildungszahlen auf hohem Niveau

Kammerpräsident Klaus Repp brachte anschließend die Lage des Handwerks im Wiesbadener Kammerbezirk folgendermaßen auf den Punkt: „Dem Handwerk in unserem Kammerbezirk geht es gut. Und das im achten Jahr in Folge.“ 88 Prozent der Handwerksbetriebe bezeichnen Repp zufolge ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Treibende Kräfte seien weiterhin die Bau- und Ausbauhandwerke, die nach wie vor hohe Auftragseingänge zu verzeichnen hätten. Entsprechend lange müssen Kunden auf freie Termine warten.

Mit Blick auf die offiziellen Ausbildungszahlen, die in den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung einfließen, teilte der Kammerpräsident mit, dass es gelungen sei, das hohe Ausbildungsniveau des Vorjahres zu halten: „Im gesamten Kammerbezirk haben wir zum neuen Ausbildungsjahr 3.583 neue Lehrverträge eintragen können, was einem leichten Plus von 0,1 Prozent entspricht.“

Allerdings gebe es deutliche Schwankungen in den verschiedenen Landkreisen. In der Landeshauptstadt Wiesbaden seien 562 neue Lehrverträge und im Landkreis Rheingau-Taunus 239 neue Lehrverträge abgeschlossen worden. Nach Angaben von Repp habe sich das heimische Handwerk auch erneut als Motor der Integration erwiesen, was sich in der Zahl von kammerweit 377 neuen Lehrverträgen mit jungen Menschen aus den Hauptfluchtländern zeige.

Die Kammervollversammlung verabschiedete einstimmig den Handwerkskammerbeitrag 2019 sowie den Haushaltsplan der Handwerkskammer und den Wirtschaftsplan des Betriebes gewerblicher Art „Zurverfügungstellung von Dienstleistungen“ jeweils für das Jahr 2019. Bedeutsam war auch der Beschluss, dass sich die Handwerkskammer Wiesbaden erneut an der Durchführung der bundesweiten Imagekampagne des deutschen Handwerks beteiligt, die 2010 gestartet war und in den Jahren 2020 bis 2024 in die dann 3. Kampagnenstaffel gehen soll. Die Kammervollversammlung bekräftigte mit diesem Beschluss ihre Überzeugung, dass die Imagekampagne den Stellenwert des Handwerks deutlich sichtbar macht und Jugendliche für eine Ausbildung in den rund 130 Ausbildungsberufen des Handwerks interessieren kann.

Weitere Themen des „Parlaments des Handwerks“ waren die im nächsten Jahr anstehenden Vollversammlungswahlen. Mit großer Einmütigkeit erfolgten außerdem die Nachberufungen von Arbeitnehmervertretern in Kammer- Gesellenprüfungsausschüsse sowie die Nachwahl eines Arbeitnehmervertreters in den Berufsbildungsausschuss der Kammer.

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