Stuttgart -

25 Jahre Meister Was wurde aus …

... Stefan Arnolds und Dennis Huttenlocher? Seit fünf und 25 Jahren haben sie den Meisterbrief in der Tasche. Seitdem haben die beiden Handwerker aus der Region schon einiges gemeistert.

Sich für einen Beruf zu entscheiden, ist wie eine Ehe einzugehen – es kann die falsche Wahl sein oder bleibt ein Bund fürs Leben. Im Juli waren es für Stefan Arnolds 25 Jahre – ein Vierteljahrhundert ist er jetzt Meister. „Klavier- und Cembalobauer würde ich immer wieder werden“, sagt der 56-Jährige mit Nachdruck: „Dieser Beruf ermöglicht es mir aufs Beste, Handwerk und Musik zu vereinen.“

Was wurde aus …

Dabei hatten sie gar nicht auf Anhieb zusammengefunden. Nach dem Abitur hat Arnolds zunächst ein paar Semester studiert, dann eine komplette Schreinerlehre absolviert, bevor er in seinem Beruf fürs Leben durchstartete. Dass er den Meister machen würde, war für ihn schon zu Beginn seiner Lehre klar. „Zunächst nicht der Selbstständigkeit wegen, sondern um tiefer in die Materie einzusteigen, und mir zugleich alle Türen zu öffnen“, sagt er.

Begegnungen mit Superstars

So manche Türe hat sich für Arnolds inzwischen geöffnet. Als sich sein Chef 1999 aus dem Arbeitsleben zurückzog, griff er zu. Seit dieser Zeit gibt es in Sindelfingen die „Klavierwerkstätte Arnolds“. Teilweise waren bis zu vier Mitarbeiter beschäftigt, aktuell macht der Chef alles in Personalunion. Er verkauft E-Pianos, Klaviere und Flügel, berät rund um die Musikinstrumente, repariert und stimmt sie. Letzteres ist eine ganz besondere Kunst. Arnolds beherrscht sie dank langjähriger Erfahrung und stetem Lernen von den Besten.

Wenn es darum geht, Klavieren und Flügeln auf denen nicht selten weltberühmte Pianisten spielen, zu einem einmaligen Klang zu verhelfen, ist Arnolds unter anderem bei den Jazz Open in Stuttgart, bei Konzerten im Theaterhaus oder in der Schleyer-Halle wie auch bei CD-Produktionen des SWR und in so manchem Tonstudio gefragt. Bei einem Open-Air-Konzert auf dem Stuttgarter Schlossplatz spielte einst Elton John auf einem von Arnolds gestimmten Flügel, und mit so manchem Star ist er auch schon durchaus ins Gespräch gekommen. In besonders guter Erinnerung sind dem begeisterten Jazz-Musiker die Begegnungen mit dem Musiker Chick Corea. „Mein Beruf ist einfach spannend – jeden Tag aufs Neue“, freut sich der Handwerker.

Dennis Huttenlocher kann auf fünf Jahre als Bäckermeister zurückblicken. Mit dem Jahreswechsel steht für den 34-Jährigen eine entscheidende Umstellung an. Er wird sein eigener Chef. In der fünften Generation übernimmt er den gleichnamigen Familienbetrieb in Jesingen bei Kirchheim unter Teck.

Vom Mitarbeiter zum Chef

Von der Meisterschule, die er gar als Bestmeister verließ, hat Huttenlocher viel profitiert. „Ich habe viel mehr hinterfragt“, erinnert er sich an seinen Einstand als Bäckermeister. Die Rezepte des Großvaters hat er genau unter die Lupe genommen, deren Zusammensetzung hinterfragt, um die Qualität der Backwaren noch besser zu machen. Und er hat mit Erfolg das Marketing angekurbelt. Vor seiner Bäckerlehre hatte er nämlich eine Ausbildung im Finanzwesen gemacht sowie Betriebswirtschaft studiert. „Das Beste aus zwei Welten kann ich kombinieren“, schmunzelt der betriebswirtschaftlich versierte Bäcker.

Was wurde aus …

Das Ergebnis gibt ihm recht. Der Umsatz hat sich erhöht, in der Backstube und im Verkaufsraum ist es eng geworden. Mit dem Stabwechsel in der Familienbäckerei steht jetzt auch ein großer Umbau an. „Wir benötigen einfach mehr Platz und auch die in die Jahre gekommene Technik in der Backstube muss erneuert werden“, erzählt Huttenlocher. Für die Zukunft möchte er nicht mehr als die derzeit drei Filialen, sondern mit kreativen Premium-Backwaren und Ideen expandieren, wie etwa dem Catering für Firmen und Veranstaltungen.

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