Azubi -

Ausbildungsvergütung Was verdient ein Lehrling im Handwerk?

Die Verdienstmöglichkeiten im Handwerk sind sehr unterschiedlich und hängen von ganz verschiedenen Faktoren ab. Da spielt zum einen natürlich der Beruf selbst die wichtigste Rolle. Einfluss auf die Höhe des Gehalts haben aber auch die jeweiligen Regionen mit ihren unterschiedlichen Tarifen. Von daher kann man nicht pauschal sagen, dass ein Schreinerlehrling in München dasselbe verdient wie ein Tischlerazubi in Chemnitz.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütungen sind sehr unterschiedlich geregelt. In vielen Verbänden werden sie bundesweit (meist mit Trennung alte/neue Bundesländer) festgelegt, in anderen werden regionale Tarifverträge abgeschlossen, die teilweise lange Laufzeiten haben. In den vergangenen Jahren wurden in neu verhandelten Tarifverträgen die Vergütungen durchweg angehoben.

Wer es genau wissen will, kann sich an die örtliche Handwerkskammer oder die regionale Innung für den Wunschberuf wenden. Einen guten Überblick bietet auch die Datenbank Ausbildungsvergütungen vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Hier eine Auswahl von Berufen und ihre Einstiegsvergütung im ersten Lehrjahr (Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks)

Werbetechnik 470 Euro bundesweit
Sanitär Heizung Klima regional sehr unterschiedliche Verträge, bei den Neuen pendelt sich die Vergütung zwischen 450 und 550 Euro ein
Textilreinigung 370 Euro (neue BL) und 480 Euro (alte BL)
Maler 450 Euro bundesweit
Feinwerkmechanik 665 Euro bundesweit
Kraftfahrzeugewerbe sehr unterschiedlich in den Regionen, bei neuen Tarifverträgen in der Regel über 500 Euro
Hörgeräteakustik 390 Euro bundesweit
Gerüstbau 570 Euro bundesweit
Gebäudereiniger 455 Euro (neue BL) 575 Euro (alte BL)
Friseur sehr regional verschieden, neue Tarifverträge zwischen 300 und 400 Euro
Elektro-Handwerk sehr unterschiedlich, viele regionale Tarifverträge, neue zwischen 430 und 565 Euro
Dachdecker 470 Euro bundesweit
Bäcker 400 Euro (neue BL etwas niedriger)
Augenoptik Bayern z.B. 450 Euro, in Ost- und Norddeutschland niedriger
Bau gewerblich 648 Euro, Berlin 50 Euro weniger, neue BL 100 Euro weniger, Rekord im 3. Lehrjahr gewerbliche Bau: 1259 Euro

Einige Umfragen haben gezeigt, dass die Ausbildungsvergütung für Schulabgänger nicht das Wichtigste ist, um sich für einen Beruf zu entscheiden. Sonst hätte ein Dienstleistungsberuf wie Friseur ja kaum Chancen angesichts des eher niedrigen Verdienstes. Wichtiger sind Neigung, ein guter Betrieb mit einem gutem Team sowie die Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten. Hier kann das Handwerk punkten. Mit der Imagekampagne des deutschen Handwerks werden viele Berufe vorgestellt. fm

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten