Stuttgart -

Berufsorientierung Was Schweinsteiger und Raab gemeinsam haben

Kammer-Mitarbeiterin Naomi Fuchs informiert Schüler über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten.

Was Schweinsteiger und Raab gemeinsam haben
Einsatz an vorderster Front: Naomi Fuchs von der Handwerkskammer im Gespräch mit Schü­lerinnen und Schülern der 8. Klasse einer Vaihinger ­Realschule. -

"Hmmm … so um die 20 vielleicht?" Schätzungen wie diese hört Naomi Fuchs häufiger, wenn sie bei der "Infotour" der Handwerkskammer in den Haupt-, Real- und Werkrealschulen der Region Stuttgart unterwegs ist und die Schülerinnen und Schüler fragt, wie viele verschiedene Ausbildungsberufe es denn wohl im Handwerk gebe. Friseure, Schreiner oder Kfz-Mechatroniker kennen eben viele Achtklässler – doch von einem großen Teil der insgesamt 130 Ausbildungsberufe wie Augenoptiker, Orthopädietechnik-Mechaniker, Sattler oder Gerüstbauer haben bis dato nur wenige gehört.

Werbung für das Handwerk

Naomi Fuchs ist diesmal in einer achten Klasse der Ottmar-Mergenthaler-Realschule in Vaihingen an der Enz zu Gast, wo sie in einer gut einstündigen Präsentation die Vielfalt der Gewerke und die spannenden Aufgabenbereiche hinter den verschiedenen Berufsbezeichnungen erläutert. "Die Schüler machen richtig gut mit und stellen kluge Fragen", freut sich Fuchs, die den Nachwuchs nicht nur über die Karriereaussichten im Handwerk informiert, sondern auch praktische Tipps für die Suche nach einer Lehrstelle mit auf den Weg gibt.

Was Schweinsteiger und Raab gemeinsam haben
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Klassenlehrer Jan Lumpp bestätigt, dass an den Schulen großer Bedarf in Sachen Berufsorientierung besteht: "Die Schüler drängen vor allem in große Betriebe wie Bosch oder Daimler. Wie viele verschiedene Berufe es allein im Handwerk gibt, ist vielen gar nicht bewusst." Und eine Kollegin ergänzt: "Frau Fuchs macht mit ihrer erfrischenden Art einen ausgezeich­neten Job. Viele Jugendliche verbinden mit Handwerk vor allem anstrengende Arbeit und frühes Aufstehen. Das schreckt ab. Durch die Infotour wird wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet."

Blick über den Tellerrand

Michaela Geya, Ausbildungsexpertin bei der Handwerkskammer Region Stuttgart, bestätigt die Einschätzung der Lehrer. "Mit der Tour möchten wir die Schülerinnen und Schüler dazu ­bewegen, frühzeitig über eine geeignete Ausbildung nachzudenken. Sie sollen dabei auch Berufe in Betracht ziehen, die nicht auf der Top-10-Liste stehen."

Insgesamt hat ihre Kollegin Naomi Fuchs daher als "Handwerksbotschafterin" seit Ende April fast vierzig Schulklassen besucht. Statt trockener Zahlen und Fakten präsentiert sie im Klassenzimmer lebendige Video-Beispiele der Online-Plattform azubi-tv, damit sich die Schüler ein authentisches Bild vom Berufsalltag machen können und die Eindrücke dauerhaft im Gedächtnis bleiben.

Zur Auflockerung dürfen die Jugendlichen zudem bei einem Bilderrätsel Handwerksbegriffe erraten und spontane Vermutungen anstellen, welchen Handwerksberuf der frischgebackene Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger (Bürokaufmann), TV-Blondine Daniela Katzenberger (Kosmetikerin), Moderator Klaas Heufer-Umlauf (Friseur) oder Entertainer Stefan Raab (Fleischer) erlernt haben.

Bei den Achtklässlern der Vaihinger Realschule kommt diese altersgerechte Herangehensweise hervorragend an. So resümiert die dreizehnjährige Melissa am Ende des Vormittags: "Eigentlich wollte ich immer was mit Musik machen. Aber ich fand die Präsentation und die Videos so interessant, dass ich mir nun vorstellen kann, nach der Schule eine Ausbildung zur Raumausstatterin anzufangen."

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