Stuttgart -

Cyber-Sicherheit „Was nun, Herr Minister?!“

Quo vadis, Baden-Württemberg – Sind wir bereit für die Zukunft?“ – Welche Antwort der Innenminister des Landes und stellvertretende baden-württembergische Ministerpräsident Thomas Strobl auf diese Frage hat, lockte rund 150 Gäste in die Handwerkskammer Region Stuttgart.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Was nun, Herr Minister?!“ hatten sie die Möglichkeit, Fragen zu gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Sicherheit im Land, der Digitalisierung oder der Integration geflüchteter Menschen direkt an den Minister zu richten.

„Die Frage, ob unser Land stark genug für die Zukunft ist, könnte ich Ihnen mit einem einzigen Wort beantworten: ja“, begann Strobl seine Antwort. So sei Baden-Württemberg nicht nur ein Land, in dem besonders viele Bürger sich ehrenamtlich engagieren, auch werde beim Aufbau der digitalen Infrastruktur hier Vollgas gegeben. Dass die Digitalisierung einige Vorteile mit sich bringe, unter anderem die Chance auf mehr Lebensqualität und erfolgreiches Wirtschaften, bestätigte auch Kammerpräsident Rainer Reichhold. „Es muss jedoch gewährleistet sein, dass die Potenziale des digitalen Zeitalters auch für das Handwerk nutzbar sind“, forderte er.

„Die Anerkennung ausländischer ­Berufsabschlüsse muss besser und schneller gelingen.“ Thomas Strobl, baden-württembergischer Innenminister

Egal ob bei der Ausbildung von Geflüchteten oder im betrieblichen Arbeitsalltag, die nicht enden wollende Bürokratie stellt einige Handwerksbetriebe vor große Herausforderungen. Beispiele hierfür: die hohen Anforderungen durch die neue Datenschutz-Grundverordnung oder die regelmäßig anstehende Duldungs-Prüfung von Geflüchteten, die für mehr Papierkram bei der Ausbildung dieser sorgt. „Der Normkontrollrat ist dafür zuständig, überflüssige Bürokratie im Land abzubauen“, so Strobl. Allerdings sei es ein schwer auszugleichendes Spannungsfeld zwischen Rechtsfrieden und Bürokratie, ergänzt der Minister.

Auch die zunehmende Cyberkriminalität sei ein Thema, mit welchem sich immer mehr Handwerksbetriebe auseinandersetzen müssen, merkte Präsident Reichhold an. „Um den Opfern von Cyberattacken zu helfen, gibt es in Baden-Württemberg seit neustem das Projekt Cyberwehr“, erklärte Strobl. Die sich noch in der Pilotphase befindende Cyberwehr ist eine Kontakt- und Beratungsstelle bei Hackerangriffen für kleine und mittlere Unternehmen. Langfristiges Ziel des Projektes ist der landesweite Aufbau regionaler Infrastrukturen für die Ersthilfe im Falle eines IT-Sicherheitsvorfalles. In den nächsten Schritten soll das Projekt landesweit etabliert werden.

Info: Wie Sie Ihr Zuhause und den Betrieb vor Angriffen durch Hacker schützen können, erfahren Sie auf der Website der Handwerkskammer unter hwk-stuttgart.de/it-sicherheit

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