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Der potenzielle Arbeitgeber muss nicht alles wissen Was muss ich beim Bewerbungsgespräch preisgeben?

Einen guten Eindruck machen und den Job letztendlich auch bekommen, das ist das Ziel eines Bewerbers im Gespräch mit dem möglichen Arbeitgeber. Vielen ist dabei nicht bewusst, welche Informationen preisgegeben werden müssen und welche nicht.

Im Bewerbungsgespräch möchte der potenzielle Arbeitgeber sehen, ob der Bewerber in das Unternehmen passt und ob die Anforderungen an diesen erfüllt werden. Dabei können Antworten in gewissen Fällen aber auch verweigert werden. Fragen zu fachlichen Kenntnissen, Berufserfahrung und Zeugnissen sind jedoch in jedem Fall erlaubt und müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden, erklärt Markus Mingers, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer.

Fragen zu Finanzen nur in Ausnahmefällen

Fragen die sich nicht auf den Arbeitsplatz beziehen, der potenzielle Arbeitgeber also kein berechtigtes Interesse hat, sind unzulässig. „Ob ein Bewerber beispielsweise eine gefährliche Extremsportart betreibt oder einer Gewerkschaft angehört, hat den Arbeitgeber nicht zu interessieren“, erläutert Mingers. „Gesundheitliche Einschränkungen müssen nur dann wahrheitsgemäß benannt werden, wenn der Bewerber aufgrund dieser objektiv nicht für die Stelle geeignet ist.“ Kinderwunsch oder Schwangerschaft müssen aufgrund des Privatsphäre- und Diskriminierungsschutzes nicht bekannt gegeben werden.

In Ausnahmefällen können Fragen zu Schufa-Einträgen, Bankauskünften, Schulden und ähnlichem erlaubt sein. Dann, wenn der potentielle Arbeitnehmer mit den Konten des Unternehmens arbeiten soll.

Erlaubt sind Fragen zu Vorstrafen, aber auch hier nur sofern diese für die Stelle relevant sind. Ein Berufskraftfahrer muss seinen Arbeitgeber zum Bespiel über Straßenverkehrsdelikte informieren. Ist der potentielle Arbeitgeber eine kirchliche Einrichtung oder Partei, darf dieser zusätzlich nach Religions- oder Parteizugehörigkeit fragen.

Soziale Netzwerke sind öffentlich

Zu sozialen Netzwerken erklärt Mingers: „Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, sollte immer auch damit rechnen, dass der Arbeitgeber mitliest." Der Arbeitgeber kann sich hier nicht auf die Persönlichkeitsrechte berufen.

Der potentielle Arbeitgeber, darf sich aber nicht Zugang zu Beiträgen verschaffen, die nur einer limitierten Auswahl an Personen zur Verfügung steht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich Zugang zum privaten Facebook-Profil des Bewerbers verschafft wird. Das wäre sogar ein Fall für das Arbeitsgericht. dhz

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