Mittelfranken -

Handwerkskammerbeitrag Warum eigentlich Beitrag?

Fragen und Antworten rund um die Beitragszahlung.

Warum bin ich überhaupt Mitglied bei der Handwerkskammer?
Das Handwerk ist ein wichtiger und leistungsfähiger Faktor in Wirtschaft und Gesellschaft. Als gemeinsame und solidarische Selbstverwaltung setzt sich die Handwerkskammer aktiv für die Verbesserung wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen ein und vertritt die gemeinsamen Interessen aller Handwerker in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus wurden der Handwerkskammer vom Staat hoheitliche Aufgaben übertragen wie etwa das Führen der Handwerksrolle, die Regelung und Überwachung der beruflichen Bildung oder die Vereidigung von Sachverständigen.

Was macht die Handwerkskammer für mich und meinen Betrieb?
Die Handwerkskammer bietet ihren Mitgliedsbetrieben ein umfangreiches Spektrum an Dienstleistungen an, das Sie auch auf unserer Internetseite www.hwk-mittelfranken.de dargestellt finden. Von der Ausbildung bis zur Betriebsübergabe werden Mitgliedsbetriebe unterstützt. Unsere vielfältigen Beratungen – egal ob betriebswirtschaftlicher oder rechtlicher Natur – sind für Sie kostenlos. Wir begleiten Sie auf Ihrem Karriereweg mit Schulungen und unserem Weiterbildungsangebot. Weitere Angebote finden Sie auf unserer Homepage im Service-Center unter dem Stichwort „MehrWert Handwerk“.

Auf welchen gesetzlichen Regelungen beruht die Beitragszahlung der Handwerkskammer?
Im Gesetz zur Ordnung des Handwerks, kurz Handwerksordnung (HwO), ist die Erhebung des Beitrags zur Handwerkskammer festgelegt. Die jeweils gültige Fassung der Beitragsordnung der Handwerkskammer für Mittelfranken finden Sie unter hwk-mittelfranken.de in der Rubrik „Über uns/Rechtsgrundlagen/Beitrag“.

Wer legt die Beitragshöhe fest?
Die Höhe der Beiträge beschließt die Vollversammlung der Handwerkskammer für Mittelfranken. Sie ist das oberste Entscheidungsgremium der Handwerkskammer und besteht derzeit aus 48 gewählten Mitgliedern. Davon sind 32 Unternehmerinnen und Unternehmer (selbstständige Handwerker) sowie 16 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ihre Amtsperiode beträgt 5 Jahre. Am 11. Dezember 2018 wurde durch die Vollversammlung der Beschluss über die Festsetzung des Kammerbeitrags des Jahres 2019 gefasst.

Wie erfährt die Handwerkskammer die Gewerbeerträge/Gewinne aus Gewerbebetrieb und wie verhält es sich mit den Datenschutzrichtlinien?
Der Gewerbeertrag/Gewinn aus Gewerbebetrieb als Bemessungsgrundlage wird der Handwerkskammer vom jeweils zuständigen Finanzamt gem. § 31 der Abgabenordnung (AO) sowie § 113 HwO mitgeteilt. Die Handwerkskammer ist verpflichtet, das Steuergeheimnis nach § 30 AO zu wahren, und darf diese Daten nur für Beitragszwecke verwenden.

Warum wird der Kammerbeitrag aus 2019 auf Zahlen aus dem Jahr 2016 gestützt?
Der Kammerbeitrag setzt sich aus einem Grundbeitrag und einem Zusatzbeitrag zusammen. Für juristische Personen besteht, im Gegensatz zu Personengesellschaften und natürlichen Personen, die Möglichkeit, bestimmte Ausgaben steuerlich in Ansatz zu bringen und somit die Beitragsberechnung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Zum Ausgleich dafür wird für juristische Personen ein Zuschlag zum Grundbeitrag erhoben.

Der Zusatzbeitrag soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe widerspiegeln. Aber: Die endgültige Feststellung der Gewerbeerträge/Gewinne aus Gewerbebetrieb im Zuge der Steuerveranlagung erstreckt sich oftmals über einen längeren Zeitraum. Daher macht es aus verwaltungstechnischer Sicht sowohl für die Handwerkskammer als auch für die Betriebe wenig Sinn, die Bemessungsgrundlage vor Ablauf dieses Drei-Jahres-Zeitraumes zu Grunde zu legen, da die Zahlen möglichst belastbar sein sollen.
Betriebe, die jünger sind als drei Jahre, werden – sofern überhaupt schon Beiträge erhoben werden – „gegenwartsveranlagt“. Das heißt, dass in den ersten vier Jahren der Gewerbeertrag des jeweiligen Veranlagungsjahres für die Bemessung des Zusatzbeitrags herangezogen wird.

Wie verhält es sich mit Existenzgründern?
Natürliche Personen, die erstmalig ein Gewerbe anmelden, sind nach § 113 Abs. 2 Satz 5 HwO teilweise oder ganz vom Kammerbeitrag befreit. Hierbei gilt folgende Staffelung: Im Kalenderjahr der Anmeldung ist der Existenzgründer von der Entrichtung des Grund- und Zusatzbeitrages befreit. Im zweiten und dritten Jahr ist der Existenzgründer von der Entrichtung der Hälfte des Grundbeitrags und vom Zusatzbeitrag befreit. Im vierten Jahr ist der Existenzgründer von der Entrichtung des Zusatzbeitrages ­befreit.
Voraussetzung dafür ist, dass der Gewerbeertrag nach dem Gewerbesteuergesetz oder der nach dem Einkommensteuergesetz ermittelte Gewinn aus Gewerbebetrieb den Betrag von 25.000 Euro nicht übersteigt.

Wann kann ich mich aus Altersgründen vom Kammerbeitrag befreien lassen?
Ist der Beitragspflichtige eine natürliche Person, so wird er auf Antrag von der Zahlung des Beitrages befreit, wenn er
  • alleine arbeitet und
  • bei Beginn des Beitragsjahres das 67. Lebensjahr vollendet hat und
  • im Beitragsjahr nur mit dem Grundbeitrag veranlagt wird.
Ich beabsichtige, meinen Betrieb in diesem Jahr aufzugeben. Muss ich den Beitrag für das ganze Jahr bezahlen?
Wer vorhat, seine Selbstständigkeit in diesem Jahr zu beenden, sollte dabei folgende Schritte beachten:
  • Abmeldung des Gewerbes beim Gewerbeamt,
  • Antrag auf Löschung des Betriebes in der Handwerksrolle,
  • Mitteilung an Kammerbeitrag, ob eine Rechtsnachfolge besteht,
  • evtl. Mitteilung der Bankverbindungsdaten an Kammerbeitrag zur Auszahlung von Guthaben
Der Jahresbeitrag wird nach erfolgter Löschung aus der Handwerksrolle anteilig für jeden angefangenen Monat festgesetzt. Wer sich nur bei den Gewerbeämtern abmeldet und darauf vertraut, „automatisch“ in der Handwerksrolle gelöscht zu werden, muss damit rechnen, dass die Löschung durch verzögerte Weitergabe später erfolgt und somit die anteilige Kammerbeitragsberechnung auch erst ab dem Zeitpunkt der Löschung zum Ansatz kommt.

Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen zu Ihrem Beitragsbescheid haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Handwerkskammer unter Tel. 0911/5309-0. Dort stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner zur Verfügung

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