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Aktien Warum Anleger auf Elektromobilität setzen sollten

Die deutsche Automobilindustrie hat es nicht leicht. Die weltweite Nachfrage nach neuen Kraftfahrzeugen ging 2019 im zweiten Jahr in Folge zurück. Für Anleger sind daher künftig eher Unternehmen aus der Elektromobilität interessant, während konventionelle Hersteller wie Volkswagen und Daimler an Bedeutung verlieren.

Die Automobilindustrie hat nach vielen Jahren ihre Rolle als Motor des deutschen Wirtschaftswachstums eingebüßt. Die Krise habe die Autoindustrie im Vergleich zu anderen Branchen besonders hart getroffen, heißt es in der Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). "In der Folge steht die Autoindustrie erstmals nach einem Jahrzehnt wieder vor spürbaren Personalanpassungen und wird als Wachstumslokomotive für den Standort Deutschland zunächst ausfallen", schreiben die Forscher.

Marktpotenzial alternativer Antriebe

Zugleich kommt eine Studie von Strategy &, der Strategieberatung von PwC, dass das Marktpotenzial alternativer Antriebe rasant zulegen dürfte. Allein für die deutschen Autohersteller könne sich das aus nicht-fossilen Antriebsvarianten erzielbare Marktvolumen von heute rund zwölf Milliarden auf bis zu 84 Milliarden Euro im Jahr 2030 versiebenfachen, so die Berater. Der größte Anteil (67 Milliarden Euro) werde dabei auf Elektroantriebe auf Batteriezellen-Basis entfallen.
Daraus wiederum können große Chancen für Investoren entstehen. BYD beispielsweise ist weltweit nicht nur der größte Elektroautohersteller, sondern auch der größte Produzent von wiederaufladbaren Akkus und anderen Stromspeicherlösungen. Das bisherige Wachstum ist beeindruckend. Die Aktie hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 200 Prozent zugelegt. Oder Panasonic. Das Unternehmen ist bisher als Hersteller von TV-Geräten und Stereoanlagen bekannt und wandelt sich derzeit zum Anbieter von Systemlösungen und Komponenten im Bereich Elektromobilität. Das Automobilgeschäft mit Bordelektronik, digitalen Cockpits inklusive Infotainment-Systemen und Akkus ist laut Marktbeobachtern einer der wichtigsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereiche. Aktuell rentiert die Aktie im Minus.

Zukunftsfähiges Investmentporfolio

Die Zukunftsaussichten, auch im Hinblick auf Partnerschaften mit Tesla und Toyota, scheinen aber sehr gut: Der Wert ist ein aussichtsreiches Investment, um längerfristig auf den Trend Elektromobilität zu setzen. Immerhin machte der japanische Konzern zuletzt wieder Gewinn und zahlte eine Dividendenrendite von 2,7 Prozent.
Der große Vorteil für Investoren: Sie können durch solche Werte ihr Portfolio auch um die Komponente ESG (Environment, Social, Governance) erweitern. Denn die Elektromobilität leistet einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Größter Vorteil der E-Autos ist der Wegfall von Abgas-Emissionen auf lokaler Basis. Auch was die Stickstoffoxidemissionen und Partikelemissionen betrifft, haben E-Fahrzeuge gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen deutliche Vorteile. Daher entspricht die Elektromobilität (in allen Facetten) vor allem dem viel beschworenen Umweltaspekt (Environment) eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Investmentportfolios.

Zum Autor: Dyrk Vieten ist Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf.



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