Steuertipps -

Lohnsteuerprüfung Wann fließt eine Tantieme zu?

Findet bei einer Kapitalgesellschaft eine Lohnsteuerprüfung statt, befinden sich vor allem die Gehaltszahlungen an den GmbH-Gesellschafts-Geschäftsführer im Fokus der Überprüfungen. Denn insbesondere bei Tantiemenzahlungen gelten lohnsteuerliche Besonderheiten beim Gesellschafter-Geschäftsführer.

Tantiemen fließen einem Arbeitnehmer in dem Zeitpunkt zu, in dem ihnen die Tantieme auf Konto überwiesen wird. In diesem Zeitpunkt muss die Kapitalgesellschaft als Arbeitgeber die Lohnsteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen.

Sonderfall: Beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer

Bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder AG kann der lohnsteuerliche Zufluss jedoch auch ohne tatsächlich erfolgte Zahlung unterstellt werden. Beherrschend ist der Gesellschafter-Geschäftsführer in der Regel, wenn er zu mehr als 50 Prozent an der GmbH oder AG beteiligt ist.

In der Regel wird bei Tantiemen vereinbart, dass diese einen Monat nach Feststellung des Jahresabschlusses fällig wird. Das bedeutet im Klartext: Bei beherrschenden GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführern gilt die Tantieme einen Monat nach Feststellung des Jahresabschlusses als zugeflossen. Die GmbH muss also bereits in diesem Zeitpunkt die Lohnsteuer ans Finanzamt überweisen, selbst wenn die Tantiemen Zahlung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgt ist.

Steuertipp: Doch was passiert, wenn der Jahresabschluss aus welchen Gründen auch immer verspätet festgestellt wird? Kann der Zufluss bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer dann auch den Zeitpunkt vorverlegt werden, in dem der Jahresabschluss pünktlich hätte erstellt werden müssen? Die steuerzahlerfreundliche Antwort des Bundesfinanzhofs lautet "nein" (BFH, Urteil v. 28.4.2020, Az. VI R 44/17; veröffentlicht am 27.8.2020).

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