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Corona-Krise Wäschereien und Reinigungen: 85 Prozent haben Kurzarbeit gemeldet

Die Stimmung in der textilen Dienstleistungsbranche hat sich in der Corona-Krise sehr verschlechtert. Das zeigt eine Umfrage des DTV. Wäschereien und Reinigungen sehen sich mit massiven Umsatz- und Auftragseinbrüchen konfrontiert. Besonders hart trifft es das Privatkundengeschäft und Betriebe mit dem Schwerpunkt auf Hotellerie- und Gastronomiewäsche.

Weil die Nachfrage nach textilen Dienstleistungen eingebrochen ist, hat sich die aktuelle Geschäftslage der Wäscherei- und Reinigungsbetriebe dramatisch verschlechtert. Das geht aus einer Blitz-Umfrage des Deutschen Textilreinigung-Verbandes (DTV) hervor. So bewerten 80 Prozent der Befragten die Umsatzentwicklung als "schlecht" und weitere 18 Prozent als "leicht negativ". Bei den Gewinnerwartungen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: 84 Prozent beurteilen die Gewinnentwicklung als "schlecht" und 13 Prozent als "leicht negativ".

"Die Werte sind historisch schlecht. Die Branche wurde durch die Corona-Krise mit voller Wucht getroffen. Negativ schlug vor allem das sinkende Privatkundengeschäft und die Schließung von Hotellerie- und Gastronomiebetrieben zu Buche", sagt Andreas Schumacher, Geschäftsführer des DTV. Eine Verbesserung der Situation im zweiten Halbjahr 2020 sei nach Ansicht der Befragten kaum zu erwarten.

Keine Betriebsform bleibt verschont

Von der Krise ist laut DTV die gesamte Branche mit allen Betriebsformen massiv betroffen. So leiden Wäscherei- und Textilservice-Betriebe, Reinigungen aber auch Mischbetriebe unter hohen Umsatzeinbrüchen. Vor allem die Nachfrage von der Hotellerie und Gastronomie nach Textilreinigungsdienstleistungen ging in Folge der Pandemie stark zurück, weil die Kunden aus diesen Gewerken entweder geschlossen oder zahlungsunfähig sind. Hinzu kommt, dass viele Zahlungen derzeit gar nicht oder erst später geleistet werden können. "Der Stillstand in der Hotellerie und Gastronomie hat auch dramatische Auswirkungen auf deren Zulieferer wie Brauereien oder Wäschereien. Die Politik muss handeln und Lösungen sowohl für Hotellerie und Gastronomie als auch deren Zulieferer finden", fordert Schumacher.

85 Prozent der Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet

Die gesunkene Nachfrage bei 92 Prozent der befragten Wäschereien und Reinigungen hat auch Folgen für deren Belegschaft. So gaben 85 Prozent an, dass sie K urzarbeit einführen mussten. 68 Prozent der Betriebe haben als Folge der Corona-Krise ihre Investitionen zurückgefahren und fast die Hälfte der Befragten beklagen Liquidationsengpässe (49 Prozent). Weitere 16 Prozent berichten von einer drohenden Insolvenz. "Mehr als die Hälfte der Wäscherei- und Reinigungsbetriebe werden die aktuelle Lage nicht länger als drei Monate überstehen und brauchen jetzt sofort wirksame Bundeshilfen", sagte Schumacher.

Zudem beklagen laut Umfrage viele Betriebe, dass die finanziellen Zuschüsse und Hilfen von Bund und Ländern sehr spät gezahlt werden. Gerade textile Dienstleister aus den Gesundheitswesen hätten weiterhin große Probleme mit der Anerkennung als systemrelevanter Betrieb. Das habe zur Folge, dass sie ihre Mitarbeiter nur unter erschwerten Bedingungen mit den entsprechenden Desinfektionsmitteln, Atemschutzmasken und Schutzbekleidung versorgen können. Für diejenigen, die mit potenziell kontaminierten Textilien – etwa aus Krankenhäusern – umgehen müssen , fordert der Branchenverband DTV einen schnellen Zugriff auf angemessene Schutzausrüstung.

"Wäschereien und textile Dienstleister für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen leisten in Corona-Zeiten einen unverzichtbaren Job, um Hygiene-Standards aufrecht zu erhalten und die Ausbreitung des Virus gerade in den Risikogruppen zu verlangsamen. Die Funktionsfähigkeit der textilen Dienstleistungsbranche ist daher essenziell für die Aufrechterhaltung unseres Sozial- und Gesundheitswesens", so Schumacher. sar

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