Recht + Steuern -

Arbeitsrecht Vorsicht bei mündlicher Kündigung

Wer seine Arbeitsstelle mündlich kündigt, sollte sich das vorher gut überlegen. Denn auch eine Kündigung, die nicht in Schriftform eingeht, kann wirksam sein.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke
mündliche Kündigung
Wer aus einer Laune heraus eine mündliche Kündigung ausspricht, muss damit rechnen tatsächlich seine Arbeitsstelle zu verlieren. -

Spricht ein Arbeitnehmer seine Kündigung mehrmals und ernsthaft aus, ist sie wirksam. Er kann sich hinterher nicht darauf berufen, dass sie unwirksam ist, weil die Schriftform fehlt. Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden (Az.: 8 Sa 318/11).

In dem Fall hatte der Betreiber eines Friseursalons einer Angestellten fristlos gekündigt. Die Mitarbeiterin klagte daraufhin gegen die Kündigung. Der Arbeitgeber vertrat die Ansicht, die Angestellte sei bereits deshalb im Unrecht, weil sie selbst das Arbeitsverhältnis rund zwei Wochen vor dem Rauswurf mündlich gekündigt habe.

Kündigung war verbindlich

Die Klägerin argumentierte, sie könne sich daran nicht erinnern. Auf jeden Fall wäre ihre Kündigung aber unwirksam, weil die Schriftform fehle.

Ohne Erfolg. Die Richter waren davon überzeugt, dass die Frau mehrmals und mit besonderer Verbindlichkeit gekündigt habe. Damit sei die Kündigung auch wirksam. Ein Arbeitnehmer könne sich nicht nachträglich auf die Unwirksamkeit der eigenen Erklärung berufen. dpa

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten