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Statistisches Bundesamt Vorbereitungen auf Volkszählung 2011 laufen

Mit Blick auf die Vorbereitungen für die Volkszählung 2011 bemühen sich Statistiker, die Bedenken von Datenschützern auszuräumen.

Es gelte die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, dass "Daten nur als Einbahnstraße in die Statistik fließen", sagte Abteilungsleiterin Sabine Bechtold vom Statistischen Bundesamt. Die Anonymität aller Antwortenden werde voll gewahrt. Für die Stichprobenbefragung bei Teilen der Bevölkerung bestehe allerdings Auskunftspflicht, sagte Bechtold weiter.

Der Zensus 2011 erfolgt nach einem neuen, registergestützten System erfolgen, bei dem nicht mehr die gesamte Bevölkerung befragt wird. Stattdessen wird auf Melderegister und Daten der Bundesagentur für Arbeit zugegriffen. Zusätzlich sollen rund 17,5 Millionen Gebäude- und Wohneigentümer sowie sieben bis neun Prozent der Bevölkerung, etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Haushalte, stichprobenartig befragt werden.

Grundlage für die Zählung ist eine EU-Verordnung, die in diesem Jahr in Kraft treten soll. Ein deutsches Zensusvorbereitungsgesetz gilt seit Dezember 2007. Die Kosten beziffert das Statistische Bundesamt derzeit auf rund 500 Millionen Euro. Rund 18 Monate nach dem voraussichtlichen Stichtag im Mai 2011 wird mit den ersten Ergebnissen gerechnet.

Nach Angaben der Statistiker gehen Untersuchungen davon aus, dass die seit den Volkszählungen 1981 in der DDR beziehungsweise 1987 in der Bundesrepublik fortgeschriebene Einwohnerzahl (2007: 82,2 Millionen Menschen) im Jahr 2011 um mindestens 1,3 Millionen überhöht sein wird. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung fällt jeder Einwohner unter anderem beim Länderfinanzausgleich mit etwa 2.000 Euro ins Gewicht.

ddp

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