Branche -

Opti 2020 Vor welchen Herausforderungen die Augenoptikerbranche steht

Betriebsinhaber in der Augenoptikerbranche werden immer älter. Das ergab eine Umfrage des ZVA. Was das für die Branche bedeutet und vor welchen Problemen sie außerdem steht.

Rund ein Viertel der Betriebsinhaber im Augenoptikerhandwerk ist 60 Jahre alt oder älter. Das geht aus einer repräsentativen Branchenstrukturerhebung des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hervor, die 2019 unter 747 Augenoptikerbetrieben durchgeführt wurde. Entsprechend viele Betriebsübergaben stehen laut ZVA in der näheren Zukunft an.

Das bestätigt auch eine zusätzliche Trendbefragung des ZVA unter 1.211 Innungsbetrieben. Demnach planen rund 10,6 Prozent der befragten Augenoptiker, ihren Betrieb 2020 zu verkaufen oder an einen Nachfolger zu übergeben. Bei 41 Prozent stehe dieser bereits fest und kommt in der Hälfte der Fälle aus der eigenen Familie. Der ZVA geht außerdem davon aus, dass sich der Konzentrationsprozess im Augenoptikerhandwerk fortsetzen wird und vor allem gut laufende Betriebe durch größere Filialbetriebe übernommen werden.

Auswirkung des Fachkräftemangels

Die Erhebung, die alle vier Jahre durchgeführt wird, zeigt zudem, dass die Augenoptikerbranche die Auswirkungen des Fachkräftemangels spürt. Die Frage, ob der Mangel an Fachkräften die wirtschaftliche Entwicklung des Betriebs hemmt, bejahten 55 Prozent der Umfrageteilnehmer. Diese angespannte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verlangt laut ZVA auch in Zukunft große Anstrengungen seitens der Betriebe, Mitarbeiter zu finden. Eine Möglichkeit sei, sich vermehrt auf die Ausbildung zu konzentrieren. Die leicht angestiegene Anzahl von Ausbildungsverträgen fasst der ZVA da als positive Tendenz auf. Im Jahr 2018 wurden rund 2.950 Verträge geschlossen, 2019 waren es rund 3.050.

Wirtschaftliche Situation

Zusätzlich zur Branchenstrukturerhebung wurde vom ZVA im November und Dezember 2019 eine Trendbefragung zur wirtschaftlichen Situation unter 1.211 Innungsbetrieben, ohne Großfilialisten, durchgeführt. Laut der Umfrage konnten knapp 60 Prozent der Betriebe einen Umsatzwachstum verzeichnen und bei etwa einem Viertel lag das Umsatzplus, bezogen auf den Vorjahresumsatz, bei mehr als fünf Prozent. Zudem planen rund 50 Prozent der Betriebe für 2020 Investitionen für die Werkstatt, zum Beispiel in Refaktions- und Screeningerräte.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten