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Kundin verklagt ihren Friseur Vom Friseur zum Anwalt

Weil ihr Friseur in mehreren Anläufen nicht die gewünschte Färbung ihrer Haarspitzen erreichte, ging eine Frau vor Gericht. Das Amtsgericht Coburg urteilte: Die Frau hat Recht.

Schadensersatz und Schmerzensgeld in zweistelliger Höhe muss der Friseur dafür zahlen, dass es ihm nicht gelangt, seiner Kundin die Haare im „Ombré Style“ zu färben. Die Kundin wünschte einen schwarzen Haaransatz, der fließend in lila Haarspitzen übergehen sollte. Auch nach drei Sitzungen gelang dies nicht.

Kundin wollte mehr Schmerzensgeld

Mit der Klage machte die Kundin die Kosten aus dem ersten Friseurtermin, Aufwendungen für verschiedene Pflegeprodukte, Kosten für zwei weitere Besuche bei anderen Friseuren und ein Schmerzensgeld in dreistelliger Höhe geltend.

Der beklagte Friseur dagegen war der Auffassung, er habe ordnungsgemäß gearbeitet. Die Klägerin habe trotz umfassender Aufklärung die durchgeführte Haarbehandlung gewünscht.

Das Amtsgericht entschied: Der beklagte Friseur muss der Klägerin die gesamten Kosten für den ersten Termin in seinem Hause zurückbezahlen, weil der versprochene Erfolg nicht erreicht wurde.

Friseur muss nicht alle Kosten erstatten

Von den Kosten für eine weitere Haarbehandlung in einem anderen Friseursalon muss der Beklagte lediglich den erstatten, der nach der Schätzung des Gerichts auf das Färben der Haare entfällt, um ein einheitliches Farbergebnis für die Haarlänge der Klägerin zu erzielen.

Die übrigen Kosten dieses Friseurbesuchs hätte die Klägerin sowieso zu tragen gehabt. Mit der gleichen Begründung blieb der Klägerin auch die Erstattung der Kosten für die verschiedenen Pflegeprodukte versagt.

Schmerzensgeld wegen gekürzter Spitzen

Schließlich sprach das Gericht der Klägerin ein Schmerzensgeld zu, allerdings nur in zweistelliger Höhe. Die erfolglosen Färbeversuche hätten die Haare der Klägerin angegriffen, weshalb sie die Haarspitzen kürzen lassen musste.  

Von den weiteren behaupteten Folgen, wonach die Klägerin durch die missglückte Haarbehandlung nachhaltig in ihrem privaten und beruflichen Lebensalltag beeinträchtigt gewesen sein soll, konnte sich das Gericht in der Verhandlung jedoch nicht überzeugen.

Zur Pressemitteilung des Amtsgerichts Coburg, Urteil vom 19.03.2014, Aktenzeichen 12 C 1023/13; rechtskräftig.

dhz

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