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Jahresbilanz des Bundesverbandes Volks- und Raiffeisenbanken Volksbanken versprechen Hilfe für Firmenkunden

Die Voklsbanken und Raiffeisenbanken wollen ihren Firmenkunden in der Coronakrise mit aller Kraft zur Seite stehen. Das hat Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), auf der Jahrespressekonferenz versprochen. Hilfreich dabei: Die Insitute konnten ihre Kapitalausstattung nochmals verbessern.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

"Gemeinsam mit den betroffenen mittelständischen Kunden wird es uns gelingen, Lösungen zu finden, um diese bestmöglich durch Unternehmenskredite und Liquidität zu unterstützen", versprach Marija Kolak auf der Jahrespressekonferenz des BVR am Dienstag. Die genossenschaftliche Finanzgruppe werde ihren Beitrag leisten zur Bewältigung dieser Krise.

Die Zahlen sprechen jedenfalls dafür, dass die genossenschaftlichen Institute ihren Firmenkunden Hilfestellung geben können. Im Geschäftsjahr 2019 haben die 841 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftlichen Spezialinstitute einen voraussichtlichen Jahresüberschuss von 7,6 Milliarden Euro vor Steuern erzielt. Das Plus von 19,3 Prozent ergebe sich vor allem durch die außerordentlich positive Entwicklung am Kapitalmarkt.

Banken-Stresstest als Verlgeichsmaßstab

Kolak zog Vergleiche zum Banken-Stresstest 2019 (LSI), den die Bundesanstalt für Finanzsdienstleistungsaufsicht durchführt. Die Belastungen bzw. die Auswirkungen der Coronapandemie ließen sich zum aktuellen Zeitpunkt zwar nur sehr schwer beziffern. Doch könne man den LSI-Stresstest, der eine massive Wirtschaftseintrübung vorsah, als Vergleichsmaßstab heranziehen. Diesen Stresstest hätten die Genossenschaftsbanken gut bestanden. Gleichzeitig hätten sie seit dem Zeitraum der Umfrage weitere Reserven bilden können. Diese stellten einen zusätzlichen Puffer für die aktuelle Lage dar.

Kolak wertete den Schutzschild der Bundesregierung als richtiges Signal. Nun komme es darauf an, dass die Umsetzung auch wie angekündigt pragmatisch und unbürokratisch erfolge. Auch sei das Signal wichtig gewesen, dass das Maßnahmenpaket nach Bedarf noch aufgestockt werden soll. Es sei entscheidend, dass die Bundesregierung unverzüglich an dem Ausbau des Schutzschilds arbeite, gerade auch mit Blick auf die Liquiditätssituation besonders betroffener mittelständischer Unternehmen und Selbständiger.

Kolak riet der Bundesregierung, den Solidaritätszuschlag zur Jahresmitte vollständig zu streichen. Über neue Steuern nachzudenken, verbiete sich in dieser Situation. Das gelte auch für die Finanztransaktionssteuer zur Finanzierung der Grundrente.

Mehr Kredite durch gute Konjunktur

Die BVR-Präsidentin konnte von weiteren sich positiv entwickelnden Kennzahlen berichten. Demnach wuchsen die Kreditbestände im vergangenen Jahr um 6,0 Prozent, die Einlagen um 5,5 Prozent. Auch der Provisionsüberschuss stieg um 5,7 Prozent. Allein der Zinsüberschuss war mit minus 0,6 Prozent moderat rückläufig. Marija Kolak führt das gute Ergebnis vor allem auf den Zuspruch der mehr als 30 Millionen Kunden und 18,6 Millionen Mitglieder zurück.

Auch die Kapitalausstattung der Institute steht gut da. Die Eigenmittel wuchsen um 3,7 Prozent auf 93,9 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote lag bei 14,9 Prozent. Die Gesamtkapitalquote betrug 17,1 Prozent. Diese übertreffe damit den Mindeststandard von 8 Prozent, so der BVR, deutlich.

Die Kredite für Privat- und Firmenkunden sind vor allem dank der guten Konjunktur der vergangenen Jahre deutlich angestiegen. Der Betrag wuchs um 36 Milliarden Euro (6 Prozent) auf 626 Milliarden Euro. Selbst der Marktanteil sei leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent gestiegen. Das Kreditgeschäft mit Firmenkunden wuchs um 6,8 Prozent auf 290 Milliarden Euro. Das seit Jahren anhaltende Wachstum sei auch auf die hohe Nachfrage bei Immobilienkrediten zurückzuführen. In diesem Segment legten die Kredite an Privatkunden um 6,2 Prozent auf 261 Milliarden Euro zu, der Marktanteil stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 24,8 Prozent.

Guter Ertrag stärkt die Rücklagen

Ebenso positiv wie der Umfang der Kredite entwickelte sich die Einlagenseite. Die Genossenschaftsbanken steigerten im letzten Jahr ihre Kundeneinlagen insgesamt um 38 Milliarden Euro oder 5,5 Prozent auf 735 Milliarden Euro. Der Marktanteil stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 18,9 Prozent.

Der voraussichtliche Jahresüberschuss vor Steuern lag bei 7,6 Milliarden Euro und damit um 19,3 Prozent höher als 2018. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erreichten 2,3 Milliarden Euro, nach 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2018. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken haben die Genossenschaftsbanken im Jahr 2019 voraussichtlich 3,1 Milliarden Euro zugeführt. Die bereits solide Eigenkapitalausstattung der Institute wurde durch diese Dotierung erneut gestärkt. Nach Steuern verblieb damit ein voraussichtlicher Jahresüberschuss von 2,2 Milliarden Euro. fm

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