Social-Media-Kampagne Vielfältige Ausbildung: Das Handwerk startet Imagekampagne

Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen ziehen sich durch alle Branchen des Handwerks. Der Deutsche Handwerkskammertag will mit einer Imagekampagne in den sozialen Medien die Vielseitigkeit des Handwerks darstellen und Jugendliche für eine Ausbildung begeistern.

Braumeisterin Doreen Gaumann aus Bremen nimmt an der Imagekampagne von das Handwerk teil und gibt Einblicke in ihren Beruf. - © Kampagnenbüro Handwerk Deutscher Handwerkskammertag

Aktuell fehlen dem deutschen Handwerk knapp 65.000 Fachkräfte. Davon allein 54.000 Gesellen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Der Fachkräftemangel bleibt damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Jährlich bleiben Tausende Lehrstellen unbesetzt. Das Handwerk will das ändern und startet im Rahmen einer Imagekampagne eine zehnteilige Social-Media-Filmreihe.

Im Frühsommer und Sommer soll die Kampagne auf die vielseitigen Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Handwerk aufmerksam machen. In jeder Kurz-Doku gibt eine junge Handwerkerin oder ein junger Handwerker aus einem anderen Gewerk Einblicke in den jeweiligen Beruf. Damit will der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) die Perspektiven für junge Menschen im Handwerk aufzeigen. Zudem würden viele Themen, die der Generation Z besonders am Herzen liegen, im Handwerk eine große Rolle spielen – von Diversität über Gestaltungsfreiheit bis Nachhaltigkeit.

Auftakt der Imagekampagne macht Braumeisterin aus Bremen

Die Filme werden unter anderem als Kurzversionen über die Social-Media-Kanäle "Das Handwerk" ausgespielt und in jugendaffinen Umfeldern eingesetzt. Die Langversionen kommen auf der Kampagnenwebseite zum Einsatz, wo interessierte Jugendliche weitere Informationen zur Ausbildung im Handwerk sowie offene Praktika- und Lehrstellen über das Lehrstellenradar finden.

Den Auftakt der Filmreihe macht ein Film mit Braumeisterin Doreen Gaumann aus Bremen. Die 29-Jährige spricht unter anderem darüber, wie das Handwerk ihren Charakter geformt hat. Während sie am Anfang ihrer Ausbildung noch "ein Mäuschen war", genießt sie es nun "sich nicht mehr zu verstecken."

"Hätte ich am Anfang jeden Spruch geglaubt, dann wäre ich nicht hier, wo ich heute steh", sagt Gaumann. Sie erinnert sich etwa an ein Vorstellungsgespräch, in dem sie darauf hingewiesen wurde, dass sie sich in einer Männerdomäne bewirbt. Tatsächlich entscheiden sich nur wenige Frauen für das Brauerhandwerk. 2019 waren gerade einmal 8,4 Prozent der Auszubildenden weiblich. Die Bremerin hat sich davon und von so manchem gut gemeinten Rat nicht beirren lassen. "Wenn ihr wirklich Bock auf etwas habt und das für niemand anderen tut, dann macht das einfach."

Hier finden Sie das Video mit Doreen Gaumann