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Steuertipp Verzögerungsgeld vom Finanzamt nur selten durchsetzbar

Brauchen Sie zu lange, um vom Finanzamt geforderte Unterlagen vorzulegen, kann Ihnen ein Verzögerungsgeld drohen. Das fatale am Verzögerungsgeld: Der Mindestbetrag den die meisten Finanzämter fordern beträgt 2.500 Euro. Doch vor Gericht hat das Finanzamt meist schlechte Karten, dieses Verzögerungsgeld durchzusetzen.

Bekommen Sie vom Finanzamt die Quittung für Ihr zögerliches Verhalten bei Vorlage der angeforderten Unterlagen in Form eines Verzögerungsgeldes, sollten Sie gegen die Festsetzung stets mit einem Einspruch vorgehen.

Gerichte kippen Verzögerungsgeld im Regelfall

In einem Urteilsfall, der aktuell veröffentlicht wurde, hielten die Richter die Festsetzung des Verzögerungsgeldes aus folgenden Gründen für ermessensfehlerhaft und befreiten den Unternehmer von der Zahlung (FG Hessen, Urteil v. 12.7.2016, Az. 9 K 512/14)

  • In dem Bescheid über die Festsetzung steht nicht detailliert, warum das Finanzamt nicht von der Festsetzung eines Verzögerungsgeldes abgesehen hat.
  • Es fehlt außerdem die Aussage, warum nicht zuerst mildere Mittel wie die Androhung eines Zwangsgeldes ausprobiert wurden.

Steuertipp:

Noch besser als der Einspruch gegen ein Verzögerungsgeld wäre natürlich, die Festsetzung des Verzögerungsgeldes von vornherein zu vermeiden. Das könnte durch folgende Vorgehensweise geschafft werden:

  • Haben Sie keine Zeit, die geforderten Unterlagen herauszusuchen oder finden Sie diese nicht auf Anhieb, teilen Sie das dem Prüfer des Finanzamts offen und ehrlich schriftlich mit und bitten Sie um eine Fristverlängerung zur Vorlage der Unterlagen.
  • Bitten Sie um schriftliche Bestätigung der Fristverlängerung.
  • In diesem Fall sind dem Prüfer des Finanzamts auf jeden Fall die Hände gebunden, bei Verzögerungen ein Verzögerungsgeld festzusetzen.
Weitere Steuertipps finden Sie im  DHZ-Steuerarchiv. dhz
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