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Steuertipp Versteuerungszeitpunkt einer Ausschüttung bei GmbH-Gesellschafter

In der Praxis kommt es bei Betriebsprüfungen immer wieder zu Irritationen, wenn der Prüfer des Finanzamts Gewinnausschüttungen in zurückliegende Jahre verschiebt. Das betrifft meist Gewinnausschüttungen an beherrschende Gesellschafter einer GmbH, weil hier zum Versteuerungszeitpunkt eine Sonderregelung greift. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Einem beherrschenden Gesellschafter (= Gesellschafter mit Beteiligung an der GmbH von mehr als 50 Prozent) fließt eine Gewinnausschüttung steuerlich bereits in dem Augenblick zu, in dem die Gesellschafterversammlung beschließt, die Gewinnausschüttung auf sein persönliches Rücklagenkonto einzustellen. Der Grund für diese Sonderregelung: Der beherrschende GmbH-Gesellschafter könnte jederzeit die Auszahlung aus dem Rücklagenkonto an sich beschließen, wenn für die spätere Ausschüttung keine Einstimmigkeit vereinbart ist.

Musterprozess beim Bundesfinanzhof anhängig

Das Finanzgericht Niedersachsen betätigte diesen steuerlich fiktiven Zufluss der Gewinnausschüttung an den beherrschenden Gesellschafter bei Gutschrift der Gewinnausschüttung auf dem Rücklagenkonto (Urteil v. 4.7.2019, Az. 10 K 181/17). Dagegen wehrte sich der beherrschende Gesellschafter mit der Einlegung der Revision beim Bundesfinanzhof. Jetzt müssen die Münchner Richter ein Machtwort in dieser Streitfrage sprechen (BFH, Az. VIII R 25/19).

Steuertipp: Beherrschende Gesellschafter, bei denen das Finanzamt einen fiktiven Zufluss einer Gewinnausschüttung im Zeitpunkt des Beschlusses der Gesellschafterversammlung unterstellt, sollten sich mit einem Einspruch gegen nachteilige Steuerbescheide wehren. Bis zum Urteilsspruch des Bundesfinanzhofs sollte ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens gestellt werden.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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