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Steuertipp Verspätete Steuerzahlungen: So vermeiden Sie Säumniszuschläge

Säumniszuschläge sind noch höher als die Nachzahlungszinsen auf Steuerschulden. Um sie zu vermeiden, sollten bei der Begleichung der Steuerschuld ein paar Grundsätze eingehalten werden.

Säumniszuschläge und Nachzahlungszinsen im Vergleich

Nun könnten Sie auf die Idee kommen, dass die Säumniszuschläge ohnehin rückwirkend gemindert werden, weil ja auch die Nachzahlungszinsen seit 1. April 2012 auf dem Prüfstand stehen und möglicherweise verfassungswidrig sind. Doch Säumniszuschläge und Nachzahlungszinsen sind zwei völlig unterschiedliche Regelungen. Selbst wenn das Bundesverfassungsgericht die 0,5-prozentigen Nachzahlungszinsen pro Monat auf Steuern als verfassungswidrig einstuft, ändert sich an den einprozentigen Säumniszuschlägen pro Monat nichts. Die Säumniszuschläge sind nicht Gegenstand eines laufenden Verfahrens.

Beispiel: Sie erhalten einen Steuerbescheid mit Fälligkeit der Steuerzahlung in Höhe von 7.000 Euro zum 14. Februar 2019. Da Sie gerade knapp bei Kasse sind, überweisen Sie am 20. März 2019. Folge: Das Finanzamt verlangt von Ihnen nicht nur die Steuerzahlung in Höhe von 7.000 Euro, sondern obendrein noch Säumniszuschläge für zwei Monate in Höhe von 140 Euro (7.000 Euro x 1 Prozent x 2).

So vermeiden Sie teure Säumniszuschläge

Die einfachste Lösung, Säumniszuschläge zu vermeiden, ist die fristgemäße Zahlung der Steuerschulden aus Steuerbescheiden, aus Umsatzsteuervoranmeldungen, aus Lohnsteueranmeldungen oder aus Lohnsteuerhaftungsbescheiden nach einer Lohnsteuerprüfung.

Ja nachdem, ob Sie die Steuerzahlung ans Finanzamt überweisen, bar oder per Scheck bezahlen oder sich die Steuerschulden abbuchen lassen, gelten verschiedene Steuerspielregeln zur fristgerechten Bezahlung. Folgendes sollten Sie zur Vermeidung von Säumniszuschlägen wissen:

  • Überweisung/Einzahlungen: Überweisen Sie die Steuerschulden oder zahlen Sie die Schulden am Bank- oder Postschalter, profitieren Sie von einer dreitägigen Schonfrist (§ 240 Abs. 3 AO). Fällt der letzte Tag der Schonfrist auf ein Wochenende oder auf einen Feiertag, verlängert sich die Schonfrist auf den nächsten Werktag. Bis zum Ende der Schonfrist muss Ihre Zahlung auf dem Konto des Finanzamts eingegangen sein.

Beispiel: Aus der Umsatzsteuervoranmeldung Januar 2019 möchten Sie die fällige Zahlung ans Finanzamt überweisen. Um keine Säumniszuschläge bezahlen zu müssen, muss die Zahlung spätestens bis zum 13. Februar 2019 auf dem Konto des Finanzamts landen (Fälligkeit 10. Januar 2019 + drei Tage Schonfrist).

  • Barzahlung/Scheckzahlung: Zahlen Sie bei der Finanzkasse bar oder per Scheck, gibt es keine Schonfrist. Ist im Steuerbescheid die Zahlung zum 14. Februar 2019 festgesetzt, muss die Zahlung bei Barzahlung spätestens am 14. Februar 2019 beim Finanzamt geleistet werden. Bei Begleichung der Steuerschuld per Scheck, vermeiden Sie Säumniszuschläge nur, wenn der Scheck mindestens drei Tage vor Fälligkeit beim Finanzamt eingereicht wird – in unserem Beispiel also am 11. Februar 2019.
  • Lastschrifteinzugsermächtigung: Bucht das Finanzamt die fällige Steuer selbst ab, sind Sie in puncto Säumniszuschläge immer aus dem Schneider. Denn selbst wenn das Finanzamt die Steuern fünf bis sechs Tage nach Fälligkeit abbucht – was die Regel ist – fallen keine Säumniszuschläge an.

Unverschuldete Zahlungsverzögerung

Schickt Ihnen das Finanzamt eine Zahlungsaufforderung samt festgesetzten Säumniszuschlägen zu, obwohl Sie den betreffenden Steuerbescheid nicht erhalten haben, sollten Sie das Finanzamt über diesen Umstand informieren. In diesem Fall muss Ihnen das Finanzamt einen neuen Steuerbescheid mit einer neuen Fälligkeit zur Begleichung der Steuerschulden zuschicken und die bisherigen Säumniszuschläge sind damit vom Tisch.

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