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Steuertipp Verrechnungskonto im Fokus der Finanzämter

Bei einem Verrechnungskonto eines GmbH-Gesellschafters steht die Überprüfung der fremdüblichen Verzinsung im Fokus des Finanzamts. Was dabei steuerlich zu beachten ist.

Anders als bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft ist bei einer GmbH die Trennung von betrieblichen und privaten Vorgängen (Entnahmen und Einlagen) nicht möglich. Es empfiehlt sich bei einer GmbH daher die Einrichtung eines Verrechnungskontos, auf dem Zahlungen des GmbH-Gesellschafters von seinem Privatkonto für die GmbH erfasst werden oder Zahlungen der GmbH für private Ausgaben des GmbH-Gesellschafters. Im Fokus des Finanzamts steht bei einem vorhandenen Verrechnungskonto die Überprüfung der fremdüblichen Verzinsung.

Typisches Beispiel aus der Praxis

Der GmbH-Gesellschafter tankte im Januar für 300 Euro ein Dienstfahrzeug der GmbH und bewirtete Geschäftspartner der GmbH für 600 Euro. Diese Zahlungen leistete er von seinem Privatkonto. Diese Zahlungen im Januar vom privaten Konto des GmbH-Gesellschafters werden auf dem Verrechnungskonto als Verbindlichkeit der GmbH gegenüber ihrem GmbH-Gesellschafter verbucht.

Praxis-Tipp

Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten der GmbH gegenüber ihrem GmbH-Gesellschafter sind nach § 42 Abs. 3 GmbHG gesondert auszuweisen oder im Anhang zum Jahresabschluss anzugeben.

Steuerlich steht die „Verzinsung“ im Visier

Bei Bearbeitung der Körperschaftsteuererklärung oder bei Betriebsprüfungen gilt ein strenger Blick der Finanzbeamten stets der Verzinsung des Verrechnungskontos. Diese müssen fremdüblich vereinbart sein. Erhält der GmbH-Gesellschafter fremdübliche Vorteile – z.B. im Form eines zinslosen Darlehens – nimmt das Finanzamt in aller Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung an.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung bei Verrechnungskonten kann nur vermieden werden, in dem die GmbH und der GmbH-Gesellschafter eine Vereinbarung (hier Darlehensvertrag) treffen und Aussagen zur Tilgung und zur Verzinsung treffen.

Darlehen an GmbH und Darlehen von GmbH sind zu unterscheiden

Besteht auf dem Verrechnungskonto ein Saldo zu Gunsten der GmbH, so hat die GmbH eine Forderung an ihren GmbH-Gesellschafter. Wird diese Forderung nicht angemessen verzinst, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Bei der angemessenen Verzinsung orientieren sich die Sachbearbeiter und die Prüfer der Finanzämter an den marktüblichen Zinsen für vergleichbare Darlehensverhältnisse.

Praxis-Tipp

Stößt ein Prüfer tatsächlich auf ein unverzinsliches Verrechnungskonto und setzt eine verdeckte Gewinnausschüttung in Höhe des Zinsvorteils an, sollte der GmbH-Gesellschafter darauf pochen, dass auch Zinsen von Online-Anbietern von Darlehen als Vergleichsmaßstab für die marktübliche Verzinsung herangezogen werden. Dadurch kann sich die Höhe der verdeckten Gewinnausschüttung deutlich mindern.

 

Besteht nicht nur ein Verrechnungskonto für einen GmbH-Gesellschafter zu Gunsten der GmbH, sondern gleichzeitig ein Darlehen vom GmbH-Gesellschafter an die GmbH, sind diese beiden Darlehen getrennt zu beurteilen. dhz

Fazit

Um steuerlich auf der sicheren Seite zu stehen, sollte für Verrechnungskonten zwischen GmbH und ihrem GmbH-Gesellschafter stets eine Vereinbarung zur Tilgung und zur Verzinsung bestehen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. 

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