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Gestaltungsmodell Güterstandsschaukel Vermögen übertragen ohne Schenkungssteuer zu zahlen

Vielen Ehepaaren ist sie unbekannt: die sogenannte Güterstandsschaukel. Doch mit ihrer Hilfe können Ehepaare Vermögen übertragen ohne Schenkungssteuer zu zahlen.

Möchte ein Ehegatte auf den anderen Ehegatten ein größeres Vermögen übertragen, ist das stets ein Fall für die Schenkungssteuer. Schenkungssteuer wird fällig, sobald das übertragene Vermögen über dem Schenkungssteuerfreibetrag von 500.000 Euro liegt. Doch es gibt eine Möglichkeit, deutlich mehr Vermögen zu übertragen – ganz ohne Schenkungssteuer. Die Rede ist von der Güterstandsschaukel.

Möchten Sie Ihrem Ehegatten Vermögen von mehr als 500.000 Euro schenken und es besteht kein Ehevertrag, gilt automatisch der Güterstand der Zugewinngemeinschaft nach § 1363 BGB. Beenden Sie nun die Zugewinngemeinschaft und vereinbaren in einem notariell beurkundeten Ehevertrag die Gütertrennung nach § 1408 BGB, entsteht eine Zugewinnausgleichsforderung nach § 1378 BGB.Der Clou: Diese bleibt bei Ermittlung der Schenkungssteuer außen vor (§ 5 Abs. 2 ErbStG).

Nachdem dem Ehegatten also die Zugewinnausgleichsforderung ohne Schenkungssteuer zugewandt wurde, können die Ehegatten wieder zurück zur Zugewinngemeinschaft wechseln. Daher der Name des Gestaltungsmodells Güterstandsschaukel. Dieses Modell ist übrigens bereits vom Bundesfinanzhof genehmigt (BFH, Urteil 12.7.2005, Az.: II R 29/02), vielen Ehepaaren aber nicht bekannt.

Wer Interesse an der Güterstandsschaukel hat, sollte allerdings niemals einen Alleingang wagen. Dieses Steuersparmodell sollte von Anfang bis zum Ende durch einen Steuerberater betreut werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Vermögensübertragung ohne Schenkungssteuer über die Bühne geht. bek

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