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Steuertipp Verluste aus Kapitalanlagen: Das sind die Steuerspielregeln

Bei Kursverlusten gibt es oft zwei Möglichkeiten: Abwarten, bis sich der Aktienkurs wieder erholt oder die Aktien mit Verlust abstoßen. Beim Verkauf mit Verlust stellt sich in der Praxis die Frage, wie Steuerzahler solche Verluste vergolden können, sprich steuersparend einsetzen können.

Bei der Verlustverrechnung von Kapitalerträgen gibt es vier zentrale Steuerspielregeln, mit denen Kapitalanleger leben müssen. Gemeint sind folgende Regeln:

  • Regel 1: Realisierte Verluste aus Kapitalanlagen – egal, ob aus sonstigen Kapitalanlagen oder aus Aktien – dürfen niemals mit anderen positiven Einkünften (z.B. nichtselbständige Arbeit, selbständige Arbeit, Vermietung, Rente) verrechnet werden.
  • Regel 2: Aktienverluste dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Eine Verrechnung mit Kapitalerträgen aus sonstigen Kapitalanlegen ist tabu.
  • Regel 3: Verluste aus dem Verkauf von Kapitalanlagen (außer Aktien) ist mit laufenden Zinsen, Dividenden und sogar mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien steuersparend verrechnet werden.
  • Regel 4: Erzielt ein Kapitalanleger insgesamt positive Kapitaleinkünfte und die anderen Einkünfte (z.B. aus Vermietung) sind insgesamt negativ, ist eine steuersparende Verlustverrechnung erlaubt.

Beispiel: Ein Steuerzahler erzielte 2019 Verluste aus dem Verkauf von Aktien in Höhe von 7.000 Euro. Gleichzeitig musste er für 2019 erhaltene Dividenden in Höhe von 7.000 Euro Abgeltungsteuer bezahlen. Da eine steuersparende Saldierung nicht möglich ist (siehe Regel 1), beträgt der Verlust im "Aktienverlustverrechnungstopf 2019" 7.000 Euro und steht zur Verrechnung mit Aktiengewinnen 2020 zur Verfügung.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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