Umwelt + Energie -

bfp Fuhrpark-Forum 2019 Verkehrspolitik: Wollseifer kritisiert Unklarheiten bei Dieselfahrverbot

Wer sich für Trends der betrieblichen Mobilität interessiert, kann zum Handwerkertag am Nürburgring kommen. Vor der Veranstaltung äußerte sich Handwerkspräsident Wollseifer kritisch zu Dieselfahrverboten und Elektrofahrzeugen für Handwerker.

In den Hallen am Nürburgring treffen sich die Experten zum 18. Mal beim bfp Fuhrpark-Forum, eine Messe für betriebliche Mobilität. Am 21. und 22. Mai 2019 werden dort Trends und Fahrzeugmodelle präsentiert. Zum ersten Mal findet auch ein Handwerkertag statt. Der Medienpartner der Messe, die Schlütersche Verlagsgesellschaft, will so auf Themen aus dem Handwerk eingehen. Außerdem wird der Präsident des Zentralverbandes des Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, bei einer Podiumsdiskussion auftreten. Wollseifer hat in den vergangenen Tagen bereits klar gemacht, was ihn in der Diskussion um die Zukunft der Mobilität besonders stört.

Wollseifer kritisiert Unklarheiten bei Dieselfahrverbot

So kritisiert der Handwerkspräsident im Interview mit der Schlüterschen die Unsicherheiten, denen Handwerker angesichts der Dieselfahrverbote ausgesetzt sind. Zwar hat der Bundesrat Regeln beschlossen, nach denen Euro-6 konforme Fahrzeuge von Handwerkern in betroffene Innenstädte fahren dürfen. Es bleibt jedoch unklar, ob nachgerüstete Fahrzeuge in Zukunft von Fahrverboten betroffen sind. „Fahrverbote sind insbesondere für Betriebe bitter, die vor noch nicht allzu langer Zeit ihren Fuhrpark auf Euro 5 modernisiert haben – und das auf Veranlassung der Umweltpolitik!“, sagt Wollseifer.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr den Weg für die Dieselnachrüstung von Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 4 und Euro 5 freigemacht und technische Vorschriften dafür veröffentlicht. Allerdings wollen nur wenige Hersteller die Kosten dafür übernehmen. Deshalb zeigte sich der ZDH erfreut, dass der Staat die Nachrüstung größerer Lieferfahrzeuge zwischen 2,8 und 7,5 Tonnen mit bis zu 5.000 Euro unterstützen möchte. Gefördert werden sollen Fahrzeughalter in den betroffenen 65 Städten und angrenzenden Landkreisen mit entsprechenden Grenzwertüberschreitungen und solche, die dort ein Viertel ihres Umsatzes erwirtschaften. Außerdem bieten einige Hersteller eine Umtauschprämie an.

Wollseifer bemängelt, dass die Fahrzeughersteller Umtauschprämien teils nur auf Pkw beschränken und die Förderanträge des Bundes sehr bürokratisch seien. Er fordert: „Hier muss die Bundesregierung noch nacharbeiten, um eine einfache und für Handwerker praktikable Lösung zu schaffen."

Entwicklungsbedarf bei E-Mobilität

Auf dem Markt der E-Mobilitätsieht Wollseifer noch Entwicklungsbedarf. Die Automobilbauer müssen aus Sicht des ZDH-Präsidenten den preislichen Unterschied zu Benzin- und Dieselmotoren weiter senken, damit sich mehr Menschen ein Elektrofahrzeug leisten können.

Vor der Messe äußerte sich auch Amir Roughani, Chef von Vispiron, ein Dienstleister für Elektrik/Elektronik- und Mechatronik-Systeme, im Gespräch mit der Schlüterschen zu diesem Thema. Damit Deutschland bei der Mobilität der Zukunft international konkurrenzfähig bleibt, sieht er die Politik in der Pflicht. "Wir brauchen Rahmenbedingungen für eine echte Verkehrswende, die klimaneutrale und staufreie Mobilität ermöglicht", sagt Roughani. Die Verkehrspolitik sollte Aspekte wie autonome Mobilität stärker antreiben als die technische Nachrüstung für Dieselfahrzeuge.

Was Handwerker auf dem bfp Fuhrpark-Forum erwartet

Neben praxisnahem Austausch können Besucher des bfp Fuhrpark-Forums aktuelle Fahrzeugmodelle auf dem naheliegenden Formel-1-Kurs testen. Am Handwerkertag am 22. Mai, stehen geführte Rundgänge mit Fachjournalisten sowie Vorträge und Workshops an. Thematisiert werden dort die alternative Mobilität und die Integration von E-Cars, Plug-In-Hybriden, E-Bikes sowie Nutzfahrzeuge und Transporter mit alternativen Antrieben in den Handwerksfuhrpark.

Wer die Messe am Nürburgring besuchen möchte, kann sich auf der Homepage des bfp-Fuhrpark Forums anmelden. Hotelzimmer können direkt im Ticket-Bestellprozess gebucht werden. sar

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten