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Steuer aktuell Verbilligte Parkplatzüberlassung: Was Chefs beachten sollten

Mieten Sie als Arbeitgeber für Ihre Mitarbeiter Parkplätze an und überlassen Sie ihnen gegen eine Umlage, erbringen Sie Leistungen, für die Sie Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen müssen. Das gilt selbst dann, wenn die Parkraumüberlassung aus rein betrieblichen Gründen erfolgt.

Suchen Ihre Mitarbeiter vor der Firma meist vergeblich nach einem Parkplatz, können Sie Ihnen in einer Parkgarage oder in einem nahegelegenen Parkgelände einen Parkplatz anmieten. Überlassen Sie den Mitarbeitern diesen Parkraum anschließend gegen eine Kostenbeteiligung, erbringen Sie nach Ansicht des Bundesfinanzhofs eine umsatzsteuerpflichtige Leistung nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG).

Unternehmenseigene Interessen spielen keine Rolle

Das Argument, dass die Parkplatzbestellung nur erfolgt, damit die Arbeitnehmer schneller an ihren Arbeitsplatz kommen, interessierte die Richter des Bundesfinanzhofs nicht. Denn es würde nur dann keine Umsatzsteuer anfallen, wenn die Parkraumüberlassung unentgeltlich (= ohne Zuzahlung des Arbeitnehmers) erfolgt. Sobald der Arbeitgeber jedoch etwas für die Parkplatznutzung zahlen muss, handelt es sich um eine entgeltliche Leistung (BFH, Urteil v. 14.1.2016, Az. V R 63/14).

Tipp: Überlassen Sie also einem Mitarbeiter aus unternehmerischen Gründen einen Parkplatz, sollten Sie besser nichts dafür von ihm verlangen. Dadurch wird vermieden, dass eine Umsatzsteuer entsteht. Die Ausführung, unter welchen Voraussetzungen das Zurverfügungstellen von Parkplätzen nicht umsatzsteuerbar ist, finden Sie in Abschnitt 1.8 Abs. 4 Nr. 5 Umsatzsteuer-Anwendungserlass. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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