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Oberösterreich Vegan fasten statt Völlerei

Immer mehr stressgeplagte Menschen suchen die Ruhe abseits von der Hektikt des Alltags. Yoga und Ayurveda sind die ideale Beilage für eine Auszeit im Kurhaus Schärding.

Ein Glas Sekt zur Begrüßung? Bedaure! Wer im Kurhaus Schärding empfangen wird, bekommt einen grünen Smoothie kredenzt. Gurke und Basilikum, raunt der Küchenchef. Auch nicht schlecht, denkt sich der Gast und greift zu den Häppchen. Vollkornbrot mit Grünkernaufstrich, na ja.

Vegan fasten sowie körperliche und geistige Entspannung als Gegenentwurf zu Völlerei und Hamsterrad. Immer mehr stressgeplagte Menschen zieht es an Orte wie diesen, auf der Suche nach einer gesundheitsbewussten Lebensweise, nach innerer Ruhe und Meditation. Auszeit von der Hektik des Alltags. Das Kurhaus Schärding im Innviertel will ein Rückzugsort sein, wo Verzicht nicht zur Selbstkasteiung verkommt. Das Maß aller Dinge: Maß halten. Yoga-Übungen und aryuvedische Massagen ergänzen die reduzierte Ernährung. Meister aus dem Mutterland von Yoga und Ayurveda sorgen für fachgerechte Behandlung.

Mit "Grüner Haube" dekoriert

Vor dem Abendessen hat Gernot Flieher in sein Reich geladen. Der Küchenchef des Hauses möchte bei einem kleinen Kochkurs seinen Gästen das Zubereiten veganer Gerichte schmackhaft machen.

Rund um den Gasherd drängen sich ernährungsbewusste Hobbyköche, lassen Karotten, Sellerie, Mangold, Zucchini und Chinakohl köcheln, backen Pfann­kuchen. Ohne Eier oder Milch, versteht sich. Aus Buchweizen lässt sich ein vernünftiger Teig auch mit Mineralwasser formen, erklärt Gernot Flieher. Anschließend werden die fertigen Pfannkuchen mit einer Masse aus pürierten Bohnen und Knoblauch bestrichen und mit dem gedünsteten Gemüse belegt. Zusammengerollt müssen die Gemüse-Crépes noch für ein paar Minuten in den Backofen. Das Ergebnis überrascht nicht nur das Auge. Ja, veganes Essen kann richtig schmackhaft sein.

Gernot Flieher kauft seine Zutaten saisongerecht und regional ein, achtet streng auf die Herkunft der Lebensmittel. Dafür wurde er Ende Januar mit einer "Grünen Haube" geadelt, eine Art Zertifikat für das Kochen mit vollwertigen, naturbelassenen Zutaten aus biologischer Produktion.

Ayurveda
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Ein Hauch von Indien

Das Kurhaus Schärding wird vom Orden der Barmherzigen Brüder geführt. Gläubige finden in der angeschlossenen Kirche Momente der inneren Ruhe und Raum zur Besinnung. Weniger religiöse Gäste zieht es eher zu einem Spaziergang an den Inn, der direkt vorm Haus seine Bahn zieht. Vom anderen Ufer her grüßt Deutschland.

Im Kurhaus wartet Naiju Sebastian, Yoga- und Ayurveda-Meister aus Kerala in Südindien. Zusammen mit vier Landsleuten bringt er die indischen Gesundheitslehren ins Innviertel.

Im Behandlungsraum duftet es wie in einem fernöstlichen Gewürzbasar. Pulver rieselt auf die Haut, dann warmes Öl, das der Meister in den Körper einmassiert. Nach einer reichlichen halben Stunde fühlt man sich wie neu geboren und hat tatsächlich all die vermeintlichen Zwänge des Alltags hinter sich gelassen. Das Hamsterrad steht still, wenn auch nur vorübergehend.

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