Freiburg -

Von Padua nach Freiburg Unterwegs in die Zukunft

Mit vierzehn jungen Italienern im Bus von Padua nach Freiburg – eine Reportage.

Unterwegs in die Zukunft
Ankunft in Südbaden: die vierzehn jungen Paduaner mit Kammerpräsident Johannes Ullrich. -

Morgens 8 Uhr in Padua. Die Luft ist extrem drückend. Langsam versammeln sich vierzehn junge Menschen aus Padua und Umgebung und deren Familien am vereinbarten Treffpunkt. Heute geht es für sie nach Lörrach und Freiburg – auf den Weg in eine Zukunft, die sie sich vor dem Hintergrund der schwierigen Arbeitsmarktsituation zu Hause im südbadischen Handwerk erhoffen. Sie treffen an diesem Sonntagmorgen auf eine Vorstandsdelegation der Handwerkskammer Freiburg, die am Tag zuvor mit Handwerkskollegen aus Padua an der Prozession zu Ehren des Heiligen Antonius teilgenommen hatte.

Es ist ein bemerkenswerter Zufall, der beide Termine zusammenfallen lässt und die gemeinsame Fahrt nach Freiburg ermöglicht. Für die einen ist es an diesem Morgen nach einem eindrucksvollen Erlebnis unter Freunden die Fahrt nach Hause, für die anderen der Aufbruch in eine neue und völlig unbekannte Zukunft. Der Himmel öffnet zum Abschied seine Schleusen. Die Tränen der Angehörigen vermischen sich mit dem Regen.

Die Reise beginnt

Es herrscht eine erwartungsvolle Ruhe im Bus. Zu spüren ist der bereits vorhandene Zusammenhalt in der Gruppe, der den Start in Deutschland erleichtern wird. Alle kennen sich bereits aus dem dreimonatigen Sprachkurs in Padua, der Teil des Projektes und Phase 1 unter dem Namen „MobiPro-EU“ oder „The Job of my Life“ ist. Phase 2 ist nun das sechswöchige Praktikum in den Betrieben mit einem begleitenden Sprachkurs. Am 1. September soll schließlich Phase 3 beginnen – die reguläre duale Ausbildung.

Im Gespräch mit Marco

Marco möchte Zimmerer werden und erkundigt sich über die Bedeutung seines Gewerks hier in Deutschland. Natürlich kommt man dabei auf die so genannte Kluft und die lange Tradition der Walz zu sprechen. Schon ist man in Gedanken einige Jahre voraus und auf Baustellen in der ganzen Welt. Der Blick aus dem Busfenster kurz vor der schweizerisch-deutschen Grenze macht deutlich: Es ist noch ein weiter Weg bis dahin – aber Träume zu haben kann ja bekanntlich helfen.

Ankunft in Lörrach

Elke Hach von der Stadt Lörrach, Silvia Weihrauch von der Agentur für Arbeit in Lörrach sowie Brigitte Dindelli und Frank Künze von der Handwerkskammer nehmen die Gruppe mit einem kleinen Willkommensgruß in Empfang. Neun Paduaner werden im Landkreis bleiben; sie treffen auf zwei Landsleute aus der Lörracher Partnerstadt ­Sennigallia, die ebenfalls am Projekt teilnehmen. Die Idee von 2013, das bestehende Netzwerk der Städtepartnerschaften für eine stärkere Mobilität in Europa zu nutzen, nimmt also zusehends Konturen an. Fünf Teilnehmer steigen wieder in den Bus und fahren weiter mit nach Freiburg. Dort geht es zu den Gastfamilien. Am nächsten Tag um 10 Uhr beginnt der Sprachkurs. Am folgenden Donnerstag steht der erste Tag im Betrieb an. Die Reise geht weiter.

Kontakt: Hier können Sie die jungen Italiener und Franzosen kennenlernen: youtube.com/handwerkskammerfreiburg

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