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Steuertipp Unterhaltszahlungen: Kindergeld mindert Höchstbetrag nicht

Lebt ein Steuerzahler mit der Mutter seiner Kinder in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammen und diese arbeitet wegen der Kindererziehung nicht, kann er für 2016 Unterhaltszahlungen nach § 33a Abs. 1 Satz 1 EStG in Höhe von bis zu 8.652 Euro geltend machen. In der Praxis stellt sich hier die Frage, ob das Kindergeld, welches die Mutter erhält, den abziehbaren Höchstbetrag mindert?

Die erfreuliche Antwort auf diese Frage kommt vom Finanzgericht Münster und lautet: nein. Das Kindergeld gehört anders als das Betreuungsgeld und das Mutterschaftsgeld nicht zu den Bezügen nach § 33a Abs. 1 Satz 5 EStG, die zur Kürzung des abziehbaren Höchstbetrags für Unterhaltsaufwendungen führen (FG Münster, Urteil v. 11.7.2017, Az. 14 K 2825/16 E).

Beispiel: Steuerzahler Müller unterstützte 2016 seine Lebensgefährtin finanziell, die sich um die Erziehung der gemeinsamen Kinder kümmert. Seine Lebensgefährtin hatte keine Einkünfte, sondern erhielt nur Kindergeld, Mutterschaftsgeld und Betreuungsgeld.

So rechnen die Finanzämter So rechnet das FG Münster
Höchstbetrag 8.652 Euro 8.652 Euro
Kürzungsbetrag:
Mutterschaftsgeld 2.274 Euro 2.274 Euro
Kindergeld (anteilig) 1.504 Euro 0 Euro
Betreuungsgeld 1.800 Euro 1.800 Euro
Summe 5.578 Euro 4.074 Euro
abzgl. Unkostenpauschale -180 Euro -180 Euro
abzgl. freibleibender Betrag -624 Euro -624 Euro
Kürzungsbetrag 4.774 Euro -4.774 Euro 3.270 Euro -3.270 Euro
Abziehbarer Höchstbetrag 3.878 Euro 5.382 Euro

Steuertipp: Kürzt das Finanzamt die abziehbaren Unterhaltsaufwendungen um das Kindergeld, dass die unterstützte Person bezogen hat, kann mit einem Einspruch und dem Hinweis auf dieses steuerzahlerfreundliche Urteil gekontert werden. dhz

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