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Steuertipp Unfallkosten neben der Entfernungspauschale steuerlich absetzbar?

Fährt ein Arbeitnehmer mit seinem Privat-Pkw täglich zur Arbeit, kann er für die Fahrten Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen. Das sind 0,30 Euro je Kilometer für die kürzeste einfache Strecke. Damit sind alle weiteren Fahrtkosten abgegolten. Doch gilt das auch für Unfallkosten durch einen auf dem Arbeitsweg verursachten Unfall?

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Für vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten zur Beseitigung von Sachschäden lässt das Finanzamt neben der Entfernungspauschale einen Werbungskostenabzug zu. In einem Urteilsfall machte ein Arbeitnehmer, der auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall verschuldete, jedoch keine Kosten für Sachschäden geltend, sondern Kosten für selbst getragene Arzt- und Krankenhausaufwendungen.

Das ging dem Finanzamt dann doch zu weit. Es verweigerte den Werbungskostenabzug für Personenschäden neben der Entfernungspauschale. Zwei Gerichte geben den Finanzämtern hier Rückendeckung (u.a. FG Sachsen, Urteil vom 18. Mai 2018, Az. 4 K 194/18).

Zwei Musterprozesse beim Bundesfinanzhof sollen für Klarheit sorgen

So ganz klar scheint die Argumentation der Finanzämter und der Gerichte bei ihrer ablehnenden Haltung zum Werbungskostenabzug für Personenschäden nach einem Unfall auf dem Arbeitsweg nicht zu sein. Deshalb laufen derzeit zwei Musterprozesse zu dieser Streitfrage beim Bundesfinanzhof (BFH, Az. VI R 8/18 und VI R 40/18).

Steuertipp: Betroffene Arbeitnehmer sollten sich vom Finanzamt deshalb nicht einschüchtern lassen und gegen die Ablehnung des Werbungskostenabzugs in vergleichbaren Fällen mit einem Einspruch reagieren. dhz

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