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Nebentätigkeiten von Angestellten Unerlaubte Konkurrenz: Fristlose Kündigung ist möglich

Wer als Handwerker unerlaubten Nebentätigkeiten nachgeht und damit seinem Arbeitgeber Konkurrenz macht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Und das laut Richter des Hessischen Landesarbeitsgerichts zu Recht – wie im Fall eines Monteurs aus Wiesbaden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Wer seinem Arbeitgeber unerlaubt Konkurrenz macht, kann fristlos gekündigt werden. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden (Az.: 16 Sa 593/12).

In dem Fall hatte ein Rohrleitungsmonteur für seinen Arbeitgeber bei einer Kundin die Abflussrohre in der Küche und im Keller untersucht. Einige Tage später verlegte er dort neue Rohre. Die Kundin zahlte hierfür 900 Euro in bar. Eine Quittung stellte der Monteur nicht aus und behielt das Geld für sich. Als die Kundin fünf Jahre später vom Betrieb Nachbesserungen forderte, bekam der Arbeitgeber die Sache mit - und kündigte seinem Mitarbeiter wenige Tage später fristlos.

Mitarbeiter dürfen Arbeitgeber keine Konkurrenz machen

Gegen die fristlose Kündigung klagte der 43-jährige Monteur und hatte damit zunächst Erfolg. Doch das Hessische Landesarbeitsgericht revidierte nun die Entscheidung des Arbeitsgerichts Wiesbaden aus dem Jahr 2012.

Denn die fristlose Kündigung war rechtens, entschieden die Richter des Landesarbeitsgerichtes. Durch die Konkurrenztätigkeit habe der Mann seine arbeitsvertraglichen Pflichten massiv verletzt. Ein Arbeitnehmer dürfe im Marktsegment seines Arbeitgebers keine Dienste und Leistungen anbieten, da dem Arbeitgeber hierdurch ein Nachteil entsteht. Dem Arbeitgeber sollte der Arbeitsbereich ohne Gefahr durch die eigenen Angestellten offenstehen. dpa/dhz

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