Recht + Steuern -

Steuertipp Umsatzsteuer: So vermeiden Sie teure Fehler

Im Jahr 2016 wurden nach einer Statistik des Bundesfinanzministeriums in Deutschland 85.681 Umsatzsteuer-Sonderprüfungen durchgeführt und dabei 1,72 Milliarden Euro Umsatzsteuernachzahlungen festgesetzt. Das bedeutet, dass jeder geprüfte Betrieb nach einer Prüfung durchschnittlich 20.000 Euro Umsatzsteuer wegen seiner Fehler ans Finanzamt überweisen musste. Doch dieses Nachzahlungsrisiko lässt sich deutlich minimieren.

Umsatzsteuer: Fehler müssen nicht sein

Damit Sie sich bei einer anstehenden Umsatzsteuer-Sonderprüfung beruhigt zurücklehnen können, empfiehlt sich das Gespräch mit Ihrem Steuerberater. Dabei beurteilt er die umsatzsteuerlichen Besonderheiten Ihres Handwerksbetriebs und sagt Ihnen, wie Sie bei der Umsatzsteuer Fehler vermeiden können. Einige Tipps, wie das funktionieren kann:

  • Prüfen Sie mit einer Checkliste, ob Eingangsrechnungen alle erforderlichen Rechnungsinhalte ausweisen. Wenn ja, ist der Vorsteuerabzug gerettet. Wenn nein, zahlen Sie erst, wenn der Rechnungsaussteller Ihnen eine neue – korrekte – Rechnung zugeschickt hat.
  • Die Überprüfung von Eingangsrechnungen sollte am besten nach dem Vier-Augen-Prinzip erfolgen. Es sollten also zwei Mitarbeiter den Rechnungs-Check durchführen.
  • Ermitteln Sie für Ihre Rechnungsstellung die typischsten Sachverhalte (Rechnung an Privatkunden, Rechnung an Unternehmer, Rechnungen ins Ausland).
  • Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater durch, wie die Rechnungsstellung in den verschiedenen Fällen aussehen sollte und erstellen Sie Musterrechnungen.
  • Halten Sie sich nun an die Musterrechnungen dürften bei der Umsatzsteuer keine Fehler mehr passieren.
  • Auch bei der Rechnungsstellung empfiehlt sich das Vier-Augen-Prinzip.

Steuertipp: Klar kann die umsatzsteuerliche Beurteilung Ihres Betriebs 1.000 Euro oder 2.000 Euro Steuerberaterhonorar Kosten. Doch machen Sie bei der Umsatzsteuer Fehler, ist dieses Beraterhonorar angesichts der drohenden durchschnittlichen Nachzahlungen zur Umsatzsteuer aufgrund eines Fehlers von 20.000 Euro durchaus verkraftbar.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten