Deutschland -

Baugewerbe Umsatzentwicklung 2019: Baubranche bleibt Konjunkturstütze

Die Auftragsbücher im Baugewerbe waren auch 2019 gut gefüllt. Doch die Preisentwicklung verliert an Dynamik. Was der ZDB deshalb für 2020 erwartet.

Das Statistische Bundesamt hat die Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe in Jahr 2019 bekannt gegeben. Demnach lag der Umsatz insgesamt bei 135 Milliarden Euro – fast 8,5 Milliarden Euro mehr als in 2019. Im Wohnungsbau sind dabei gut 49 Milliarden Euro, im Wirtschaftsbau 49,2 Milliarden Euro und im öffentlichen Bau 36,6 Milliarden Euro Umsatz zu verbuchen.

"Um mit der Nachfrage nach Bauleistungen Schritt zu halten, haben die Bauunternehmen weitere Beschäftigte eingestellt. Gegenüber 2018 haben wir unsere Belegschaften um circa 33.400 Mitarbeiter  auf insgesamt rund 870.000 Beschäftigte erhöht", sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsche Baugewerbe (ZDB). Für 2020 rechnet er mit bis zu 885.000 Beschäftigte.

Preisentwicklung verliert an Dynamik

Der Auftragseingang lag im Gesamtjahr 2019 mit 86,1 Milliarden Euro um 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Das war nach Angaben der Wiesbadener Statistiker der höchste jemals gemessene Jahreswert. Real (preisbereinigt) betrug das Plus zum Vorjahr 3,2 Prozent. Stabilster Treiber bleibt dabei laut ZDB der Wohnungsbau mit einem Plus von 9,7 Prozent. Der Wirtschaftsbau kommt auf plus 8,9 Prozent. Im öffentlichen Bau laufen die Order nach einem schwachen letzten Quartal in 2019 bei circa plus 6,5 Prozent aus.

Große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sowie staatliche Investitionen etwa im Straßenbau sorgen seit längerem für gute Geschäfte der Baubranche. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau).

Die Dynamik der Preisentwicklung für Bauleistungen hat sich im Jahresverlauf 2019 allerdings abgeschwächt. "Die Fortsetzung dieses abgeflachten Niveaus erwarten wir auch in 2020, sodass der Umsatz real noch um circa ein Prozent wachsen wird", sagt Pakleppa.

Auftragsverwaltung im Straßenbau

Der Hauptgeschäftsführer hält zudem fest, dass das letzte Quartal bei der Umsatzentwicklung unter das Tempo der vorangegangenen Quartale zurückfiel. "Maßgeblich ist das auf den öffentlichen Straßenbau zurückzuführen. Obwohl die Budgets hier bereitstehen, treiben die Länder die Planung von Projekten offensichtlich nicht mehr zügig voran", sagt Pakleppa. Der ZDB fordere die Länder auf, zügig weitere Projekte marktreif zu machen.

Mit Inhalten aus dpa

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten