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Ausbildung im Handwerk Überbetriebliche Ausbildung

Die Ausbildung im Handwerk steht auf drei Säulen. Neben dem Betrieb und der Berufsschule übernimmt die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA), auch überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) genannt, die Qualifikation der Auszubildenden.

Bei der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) werden die Lehrlinge aus verschiedenen Betrieben gemeinsam geschult. Denn viele ausbildende Betriebe können nicht alle Fertigkeiten des jeweiligen Berufes vermitteln, wie zum Beispiel sehr stark spezialisierte Handwerksfirmen. In den Einrichtungen der ÜBA erlernen die Azubis jene Fähigkeiten, die sie für die Berufsausbildung zusätzlich benötigen.

Wo findet die überbetriebliche Ausbildung statt und wie lange dauert sie?

Bei der ÜBA handelt es sich um berufsspezifische Lehrgänge. Innungen und Kammern haben dafür geeignete Werkstätten eingerichtet. Die Schulungen dauern in der Regel drei bis vier Wochen und werden einmal jährlich abgehalten.

Besonders ausgeprägt ist der überbetriebliche Teil der Ausbildung in den Baugewerken, weil der ständige Wechsel der Baustellen keine kontinuierliche Ausbildung in Lernwerkstätten des Betriebes zulässt. Die Ausbildungsordnungen schreiben deshalb einen Anteil von 26 Wochen an ÜBA-Lehrgängen vor.

Welche Vorteile hat die überbetriebliche Ausbildung?

Von der dritten Säule der Ausbildung profitieren Betrieb und Lehrling gleichermaßen. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich am betrieblichen Bedarf. Azubis können schneller in die Produktionsprozesse integriert werden und zeitintensive Ausbildungen verlagern sich vom Betrieb hin zu einer überbetrieblichen Werkstatt.

Das Angebot ist aufgrund der öffentlichen Förderung dafür kostengünstig. Außerdem erreichen durch die ÜBA auch neue Technologien die kleinen und mittleren Betriebe. Denn in die Lehrstätten werden jährlich rund 200 Millionen Euro investiert, um den hohen technischen Standard der Ausbildung aufrecht zu erhalten.

Wer bezahlt die überbetriebliche Ausbildung?

Der Auszubildende erhält eine wichtige Unterstützung bei der beruflichen Grundausbildung. Die Qualität der Ausbildung erhöht sich durch die systematische Vermittlung von Fachqualifikationen und den Umgang mit neuesten Techniken und Technologien. Auch bei Lernschwierigkeiten ist die überbetriebliche Ausbildung hilfreich. Unter dem Strich erhöhen sich die beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Bundesweit gib es mehr als 500 überbetriebliche Bildungs- und Technologiezentren. Die Azubis werden von den Handwerkskammern zu den Pflichtlehrgängen eingeladen. Die Kosten werden je nach Kammer zwischen Bund, Land und Ausbildungsbetrieben geteilt. wom

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