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Kommentar zur Wahl in den USA Trumps fataler Triumph

Mit dem Versprechen, die Globalisierung zurückzudrehen, konnte Donald Trump US-Präsident werden. Die Wählerinnen und Wähler haben sich gegen die Meinungsbildner in Politik, Wirtschaft und Medien gestellt.

Das Unfassbare ist geschehen: Donald Trump ist US-Präsident. Die Wählerinnen und Wähler haben sich gegen die Meinungsbildner in Politik, Wirtschaft und Medien gestellt - und einen Außenseiter zum mächtigsten Mann der Welt gemacht. Ihr oberstes Ziel war es, den Eliten eine Lektion zu erteilen. 

Trumps Unberechenbarkeit die größte Gefahr für Amerika und die Welt

Es waren vor allem verzweifelte Menschen in abgewirtschafteten Landstrichen der Vereinigten Staaten, die für Trump stimmten. Bereitwillig glaubten sie seinem Versprechen, die Globalisierung gewissermaßen zurückzudrehen und Amerika durch Abschottung zu alter Größe zu verhelfen. Dafür nahmen sie billigend in Kauf, die Vereinigten Staaten in eine Krise zu stürzen.

In Trumps Unberechenbarkeit und Sprunghaftigkeit liegt nun die größte Gefahr für Amerika und die Welt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er einen Handelskrieg mit China anzetteln wird. Es steht zu befürchten, dass sich Trump zu militärischen Abenteuern hinreißen lässt. Die Welt ist durch Trump unsicherer geworden.

Der Aufstieg von Donald Trump ist alles andere als zufällig

Der Aufstieg Trumps indes ist alles andere zufällig oder gar ein Unfall. Seine Präsidentschaft markiert vielmehr das Ende einer Epoche der Globalisierung. Die Globalisierung war stets ein Elitenprojekt: Eine gut ausgebildete Schicht weltoffener Menschen profitierte von den Möglichkeiten, die ihnen die entgrenzten und vernetzten Märkte boten. 

Viele Menschen andererseits empfinden Globalisierung und Digitalisierung eher als Bedrohung denn als Chance. Sie fühlen sich abgehängt und ihrer Sicherheit beraubt. Sie verbinden Globalisierung nicht mit einem Zuwachs von Wohlstand und einer Mehrung von Chancen, sondern mit Unsicherheit in einer unübersichtlichen Welt.

"Die Globalisierung macht auch vielen Deutschen Angst"

Insofern ist die Wahl Trumps ein Einschnitt ebenso für Europa. Auch hierzulande ist die einst faszinierende Idee des Freihandels weithin diskreditiert. Die Globalisierung macht auch vielen Deutschen Angst. Das Vertrauen in die wirtschaftlichen Eliten ist seit der Finanzkrise erschüttert. Gierige Konzernmanager haben durch ihr Treiben Vertrauen ins marktwirtschaftliche System unterminiert.

Die politischen Eliten Europas scheinen derzeit nicht in der Lage, die Ängste der Menschen aufzunehmen und die großen Probleme des Kontinents zu lösen. Jetzt sind sie dazu verdammt. Gelingt das nicht, werden auch in Europa Populisten wie Trump an Einfluss gewinnen.

Womöglich schweißt die Wahl Donald Trumps Europas Politiker nun zusammen. Denn in den kommenden Jahren kann die Europäische Union nicht auf Impulse aus den USA hoffen. Europa ist auf sich allein gestellt, Verantwortung in der Welt zu übernehmen: als Gegenpol zu den vermutlich unberechenbaren und womöglich engherzigen Vereinigten Staaten Donald Trumps.

Der Republikaner Donald Trump wird der 45. Präsident der USA – Die bisherigen US-Präsidenten in der Übersicht

Name Regierungszeit Partei
1. George Washington (geb. 1732, † 1799) 1789 – 1797 Föderalist
2. John Adams (geb. 1735,† 1826) 1797 – 1801 Föderalist
3. Thomas Jefferson (geb. 1743, † 1826) 1801 – 1809 Republikaner *
4. James Madison (geb. 1751, † 1836) 1809 – 1817 Republikaner *
5. James Monroe (geb. 1758, † 1831) 1817 – 1825 Republikaner *
6. John Quincy Adams (geb. 1767, † 1848) 1825 – 1829 Republikaner *
7. Andrew Jackson (geb. 1767, † 1845) 1829 – 1837 Demokrat
8. Martin van Buren (geb. 1782, † 1862) 1837 – 1841 Demokrat
9. William H. Harrison (geb. 1773, † 1841) 1841 (verstorben) Whig
10. John Tyler (geb. 1790, † 1862) 1841 – 1845 Whig
11. James K. Polk (geb. 1795, † 1849) 1845 – 1849 Demokrat
12. Zachary Taylor (geb. 1782, † 1850) 1849 – 1850 (verstorben) Whig
13. Millard Fillmore (geb. 1800, † 1874) 1850 – 1853 Whig
14. Franklin Pierce (geb. 1804, † 1869) 1853 – 1857 Demokrat
15. James Buchanan (geb. 1791, † 1868) 1857 – 1861 Demokrat
16. (N) Abraham Lincoln (geb. 1809, † 1865) 1861 – 1865 (ermordet) Republikaner
16. (S) Jefferson Davis (geb. 1808, † 1889) 1861 – 1865 (Konföderation) Demokrat
17. Andrew Johnson (geb. 1808, † 1875) 1865 – 1869 Republikaner
18. Ulysses S. Grant (geb. 1822, † 1885) 1869 – 1877 Republikaner
19. Rutherford B. Hayes (geb. 1822, † 1893) 1877 – 1881 Republikaner
20. James A. Garfield (geb. 1831, † 1881) 1881 (ermordet) Republikaner
21. Chester A. Arthur (geb. 1830, † 1886) 1881 – 1885 Republikaner
22. Grover Cleveland (geb. 1837, † 1908) 1885 – 1889 Demokrat
23. Benjamin Harrison (geb. 1833, † 1901) 1889 – 1893 Republikaner
24. Grover Cleveland (geb. 1837, † 1908) 1893 – 1897 Demokrat
25. William McKinley (geb. 1843, † 1901) 1897 – 1901 (ermordet) Republikaner
26. Theodore Roosevelt (geb. 1858, † 1919) 1901 – 1909 Republikaner
27. William H. Taft (geb. 1857, † 1930) 1909 – 1913 Republikaner
28. Woodrow Wilson (geb. 1856, † 1924) 1913 – 1921 Demokrat
29. Warren G. Harding (geb. 1865, † 1923) 1921 – 1923 (verstorben) Republikaner
30. Calvin Coolidge (geb. 1872, † 1933) 1923 – 1929 Republikaner
31. Herbert C. Hoover (geb. 1874, † 1964) 1929 – 1933 Republikaner
32. Franklin D. Roosevelt (geb. 1882, † 1945) 1933 – 1945 (verstorben) Demokrat
33. Harry S. Truman (geb. 1884, † 1972) 1945 – 1953 Demokrat
34. Dwight D. Eisenhower (geb. 1890, † 1969) 1953 – 1961 Republikaner
35. John F. Kennedy (geb. 1917, † 1963) 1961 – 1963 (ermordet) Demokrat
36. Lyndon B. Johnson (geb. 1908, † 1973) 1963 – 1969 Demokrat
37. Richard M. Nixon (geb. 1913, † 1994) 1969 – 1974 Republikaner
38. Gerald Ford (geb. 1913, † 2006) 1974 – 1977 Republikaner
39. James E. „Jimmy“ Carter (geb. 1924) 1977 – 1981 Demokrat
40. Ronald Reagan (geb. 1911, † 2004) 1981 – 1989 Republikaner
41. George Bush (geb. 1924) 1989 – 1993 Republikaner
42. Bill Clinton (geb. 1946) 1993 – 2001 Demokrat
43. George W. Bush (geb. 1946) 2001 – 2009 Republikaner
44. Barack Obama (geb. 1961) 2009 - 2016 Demokrat
45. Donald Trump (geb. 1946) ab 2016 Republikaner
Quelle: Wikipedia
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