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Corona-Pandemie Trotz Lockdown: Fahrradwerkstätten weiterhin stark ausgelastet

Ab dem 16. Dezember 2020 geht Deutschland erneut in den harten Lockdown. Der Fahrradhandel muss zwar schließen, Werkstätten können jedoch wie bisher weiterarbeiten. Die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ist sich sicher, dass das Fahrrad trotzdem weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Die hohen Corona-Fallzahlen lassen der Bundesregierung kaum eine andere Wahl: Ab dem 16. Dezember befindet sich Deutschland erneut im harten Lockdown. "Wie schon im Frühjahr, wird der Fahrradhandel seine Funktionen jedoch nur teilweise wahrnehmen können", erklärt Georg Honkomp, Vorstandsvorsitzender der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG), der bundesweit gut 1.000 Händler angehören. Der Fahrradhandel muss laut Beschluss der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten vom 13. Dezember 2020 schließen, Werkstätten bleiben jedoch geöffnet. Für Händler besteht laut ZEG allerdings die Möglichkeit, online oder telefonisch Bestellungen aufzunehmen und die Ware an ihre Kunden zu versenden bzw. direkt auszuliefern.

Verstärkte Nachfrage nach Fahrrädern bereits im Oktober und November

Wie schon in März und April wird das Fahrrad im harten Lockdown an Bedeutung gewinnen, prognostiziert der ZEG. Wer auf dem Rad unterwegs ist, tue nicht nur etwas für seine Gesundheit. Auch aus Politik und Medizin sei der Aufruf an die Bevölkerung erfolgt, aus Gründen des Infektionsschutzes mehr aufs Fahrrad zu setzen.

Dem Handelsverband Zweirad (VDZ) zufolge gab es bereits im Oktober und November eine verstärkte Nachfrage nach Fahrrädern. In einer Pressemitteilung vom 8. Dezember 2020 prognostizierte der Verband, dass 2020 neben für Weihnachten reservierte Kinder- und Jugendräder, auch normale Fahrräder und E-Bikes gefragt sind. Das Problem jedoch: Vielerorts seien diese nicht wieder verfügbar. Der Grund dafür liegt laut VDZ darin, dass viele Kunden aufgrund vergangener Engpässe bereits nach Rädern für die neue Radsaison 2021 schauen. Auch der Versuch, den noch vergünstigten Mehrwertsteuersatz zu nutzen, sei ein oft gehörter Grund jetzt antizyklisch zu kaufen.

Lieferengpässe im Fahrradhandel noch nicht behoben

Zudem sind dem Handelsverband zufolge Lieferengpässe noch nicht beseitigt, auch Liefertermine von den Lieferanten würden oft nicht eingehalten. Ein großes Problem für die Händler sei ebenso die nicht planbare Warenverfügbarkeit, da auch die Lieferanten ausverkauft sind und teilweise vor Juli 2021 nicht mehr liefern können. Im Werkstattbereich trug laut VDZ bereits der Teil-Lockdown zu viel Arbeit bei – die meisten hätten aktuell wieder Wartezeiten bei normalen Reparaturen, an eine Aufarbeitung von Liegengebliebenem sei nicht zu denken.

Der Werkstattbetrieb geht auch im erneuten Lockdown weiter. Die Übergabe werde unter geltenden Hygieneregeln durchgeführt, so der ZEG-Vorstandsvorsitze Georg Honkamp. "Hier haben unsere ZEG-Händler im Frühjahr schon viel Erfahrung gesammelt, sodass ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist." Um diesen sicherzustellen, sei dem ZEG zufolge eine Vorab-Terminanfrage sinnvoll – so müssten Kunden nicht allzu lange vor dem Geschäft warten, und Händler könnten die Auslastung der Werkstatt besser planen. Auch eine kurze Beschreibung seitens der Verbraucher, was am Rad defekt ist – per E-Mail oder am Telefon – sei hilfreich. Kunden, die ihr Fahrrad selbst reparieren möchten, sollen in kleinerem Umfang über den Werkstattbetrieb Ersatzteile kaufen können. ew



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