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Konjunktur Trotz Corona-Krise: Altmaier hält an Wachstumsprognose für 2021 fest

Bisher ist die Deutsche Wirtschaft besser als vom Bundeswirtschaftsministerium erwartet durch die Krise gekommen. Doch die Lage ist fragil. Diskussionen über Steuererhöhungen zur Finanzierung der Krise erteilt der Wirtschaftsminister eine klare Absage.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet trotz der fortdauernden Corona-Pandemie eine Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr. Er rechne mit einem Wachstum der Wirtschaft um 4,4 Prozent. "Diese Erholung steht unter dem Vorbehalt des weiteren Pandemiegeschehens", sagte Altmaier. Er sei aber zuversichtlich, dass mit den harten und einschneidenden Maßnahmen des jüngst beschlossenen Teil-Lockdowns und den flankierenden Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung das Wachstum zu erreichen sei.

Die Bundesregierung bleibt damit bei ihrer Prognose für das kommende Jahr. Für das laufende Jahr rechnet sie mit einem Einbruch der Wirtschaft um insgesamt 5,5 Prozent. Das ist besser als noch im September erwartet und hat vor allem mit einem Zuwachs im dritten Quartal von rund acht Prozent zu tun. Für 2022 erwartet die Regierung ein Plus von 2,5 Prozent.

Wollseifer: konjunkturelle Lage ist und bleibt fragil

Für Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer zeigt die Herbstprognose der Bundesregierung wie "fragil" die konjunkturelle Lage in Deutschland ist. "Zwar sind viele unserer Betriebe nach dem ersten Lockdown wieder ans Laufen gekommen, doch dieser Erholungsprozess dürfte durch die neuerlichen Beschlüsse zu einem Teil-Lockdown einen erneuten Dämpfer erhalten", sagte er. Wenn es nicht umgehend gelinge, das Infektionsgeschehen einzudämmen und einen noch umfassenderen Lockdown zu vermeiden, werde der wirtschaftliche Schaden weitaus größer sein, als bisher angenommen. Um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten, sei die Gesellschaft als Ganzes gefordert, die Corona-Regeln uneingeschränkt einzuhalten. Auch müsse das Handwerk gestärkt und nicht drohende Bürokratielasten geschwächt werden.

Altmaier: Pendel kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen

Auch Altmaier fordert eine nationale Kraftanstrengung, um die aktuelle Infektionsdynamik zu brechen. Deutschland sei bislang besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder, weil während der ersten Welle der Pandemie gemeinsam und entschlossen gehandelt worden sei. Der Abschwung falle 2020 deshalb auch geringer aus als im Frühjahr noch befürchtet. Der aktuellen zweiten Welle müsse sich Deutschland jetzt genauso entschlossen entgegenstellen. "Wir stehen an einem Scheideweg. Das Pendel kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen", betonte er.

Die Wirtshaft in Deutschland hatte sich im dritten Quartal 2020 deutlich erholt und war um 8,2 Prozent gewachsen, wie das statistische Bundesamt mitteilte. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft dagegen wegen einschneidender Maßnahmen wie der Schließung von Geschäften und weiteren Problemen - wie der Unterbrechung internationaler Lieferketten - um 9,8 Prozent eingebrochen. Derzeit funktionierten diese Lieferketten, versicherte der Wirtschaftsminister.

Wirtschaftsminister gegen Verlängerung der befristeten Mehrwertsteuersenkung

Zuversichtlich stimmen  Altmaier auch das stabil niedrige Infektionsgeschehen in Ländern wie China und Korea und eine stabile Nachfrage aus Asien. Anders als im Frühjahr gebe es hierzulande auch bessere Hygienekonzepte. All dies könne der deutschen Wirtschaft helfen, durch die Pandemie zu kommen. Diskussionen über Steuererhöhungen zur Finanzierung der Krise erteilt der Wirtschaftsminister eine klare Absage: "Das würde die Wachstumskräfte schwächen,", sagte er mit Blick auf entsprechende Vorschläge aus der SPD. Angesichts einer Pandemie, die die Wirtschaft und Gesellschaft noch "weit ins nächste Jahr begleiten wird", brauche es vielmehr ein Belastungsmoratorium. Nichts hält er von einer Verlängerung der befristeten Mehrwertsteuersenkung ins nächste Jahr. Ziel sei es, jetzt Bürger und Unternehmen zu Investitionen zu bewegen.

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