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Betrügerisches Trauer-Portal Trauer-24.de: Betrüger ziehen Trauernde ab

Für Hinterbliebene gehören Traueranzeigen in Tageszeitungen zur Bewältigung ihrer Trauer. Das hat trauer-24.de knallhart ausgenutzt. Auch, wenn die Masche aufgeflogen ist, geht der Spuk weiter.

Schwarze Schafe gibt es in jeder Handwerks-Branche. Auch die Bestatter haben mit diesem Problem zu kämpfen. Doch Trauernde in ihrer Trauerphase noch zusätzlich zu belästigen und sie in ihrer Trauer mit Schreiben zur Rechnungsbegleichung zu torpedieren. So geht trauer-24.de über jeglichen moralischen und ethischen Kodex.

Zentrales Trauerregister

In diesem konkreten Fall handelt es sich um ein staatlich wirkendes "Zentrales Trauerregister", das bundesweit Schreiben an Angehörige von Verstorbenen schickt. Unbekannte Betrüger fordern die Angehörigen auf, binnen fünf Tagen die Summe von 395,20 Euro für die Aufnahme der Anzeige in dem Online-Trauerportal trauerregister.de zu zahlen. Laut Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen tragen die Schreiben den deutschen Bundesadler und erwecken so den Eindruck eines offiziellen, staatlichen Schreibens.

Getürkter Bundesadler

Auch das Internet-Portal hat den Adler auf der Seite abgebildet. Allerdings schaut der mit dem Kopf in die falsche Richtung. Die Webseite trauerregister.de gibt es inzwischen nicht mehr. Dafür gibt es eine Kopie der Seite mit der Adresse trauer-24.de. Im Impressum ist eine Adresse in den USA im Bundesstaat North Carolina angegeben. Eine Anschrift oder Telefonnummer ist nicht aufgeführt. Fragen sollen ausschließlich an eine Mailadresse gerichtet werden.  Auf ihrer Startseite werben sie für ihr Portal als einen Ort der Besinnlichkeit. Trauergefühle sollten nicht unterdrückt, sondern gelernt werden "sinnvoll damit umzugehen."

Der Bundesverband Deutscher Bestatter rät allen Mitgliedsunternehmen diese Schreiben ihrer Kunden genaustens durchzulesen, sie zu beraten und dann den Kunden den Nutzen beurteilen zu lassen.

Adressen der Trauernden recherchiert

Laut Informationen der Magdeburger Tageszeitung "Volksstimme" haben die Betrüger die Traueranzeigen von Verstorbenen ungefragt auf der Betrüger-Webseite veröffentlicht. Danach hätten sie die Adressen der Hinterbliebenen ausfindig gemacht und die Schreiben rausgeschickt. Laut weiteren Informationen der Volkszeitung ist das Geld auf ein Konto in Zypern geflossen. Wer die Betrüger sind oder wer als möglicher Drahtzieher in Betracht kommen könnte, ist derzeit noch unklar.

Rechnungen von trauer-24.de nicht bezahlen

Die Verbraucherzentrale NRW warnt ausdrücklich davor, auf die Schreiben zu reagieren sowie davor das Geld zu überweisen. Bis vor kurzem war die Seite trauer-24.de im Internet nicht zu erreichen. Seit kurzem ist sie jedoch wieder online. Seit dem 31. Juli 2014 ist allerdings keine neue Anzeige dazugekommen. Die Verbraucherzentrale NRW geht aber davon aus, dass Geldüberweisungen weiterhin ihr Ziel erreichen werden. Die IBAN-Kontonummer gehöre eindeutig zu einem Konto in Zypern.

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