Halle (Saale) -

Mitteldeutsche Handwerksmesse Tischlermeister will zeigen, was Handwerkskunst vermag

Noch bis zum 3. März stellen rund 200 Handwerksbetriebe ihr Können auf der „mitteldeutschen handwerksmesse“ in Leipzig vor.

Dicht gedrängt auch die Prominenz bei der feierlichen Eröffnung. Messeschirmherr Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und Messechef Martin Buhl-Wagner loben die Arbeit des Handwerks. „Der Wandel im Antlitz Ostdeutschlands ist nicht zuletzt dem Handwerk zu verdanken“, stellt der Oberbürgermeister Jung fest.

Auch der Ministerpräsident findet lobende Worte nicht zuletzt für die Imagekampagne des Handwerks. Dem setzt Zentralverbandspräsident Wollseifer eine Forderung der Unternehmer entgegen: „Der Solidaritätszuschlag gehört abgeschafft. Und zwar vollständig und für alle, da er nicht mehr gezielt in den Bedarfsregionen ankommt, sondern in die Kasse des Finanzministers eingeht“. Der Beifall der Unternehmer unterstreicht diese Forderung. Der Präsident des Zentralverbandes richtet sein Wort dann an die Handwerker sowie Messebesucher und fordert einerseits Stolz auf die eigene Arbeit, andererseits die Bereitschaft, exzellente Handwerksarbeit, so wie sie auf der Messe gezeigt wird, anzuerkennen.

Am Stand des Handwerks aus Sachsen-Anhalt präsentieren sich auf der 140 Quadratmeter großen Fläche vier Aussteller und acht Teilnehmer aus dem Bereich „Kreatives Handwerk“. Dicht umlagert ist schon am Eröffnungstag der Stand der JS Lasertechnik aus Stendal. Jens Schuhmacher stellt Holzbrennöfen vor. „Diese funktionieren wie ein Kamin“, so der Stendaler Metallbauer.

Auch ungewöhnliche Handwerkserzeugnisse sind auf der mhm zu sehen. Oliver Mössner stellt beispielsweise Handtaschen aus Holz vor. Der gebürtige Essener, der heute in Magdeburg ansässig ist, stellt erstmals auf der Messe aus. „Ich habe einige Produkte mitgebracht und warte auf Reaktionen von den Besuchern“, so Mössner. Bei der Einzigartigkeit seiner Handtaschen hoffe er auf Käufer auch außerhalb von Magdeburg, weshalb Leipzig für ihn eine gute Präsentationsmöglichkeit ist.

Bereits seit sechs Jahren zeigt Sven Röder sein Können auf der mhm. Der Weißenfelser hat sich auf Glasgravuren spezialisiert. Für Röder ebenso wie für die Vertreter der Bau und Ausbau GmbH Zahna beginnt das eigentliche Messegeschäft erst nach den Tagen in Leipzig. „Denn Kunden informieren sich zunächst, beraten dann zu Hause und kommen auf uns zu“, sagt Stefan Heinisch. Er komme, so der Zahnabau-Mitarbeiter, immer wieder mit einem guten Gefühl auf die Handwerksmesse. Und das übrigens seit der Geburtsstunde der mhm vor über 22 Jahren.

Positive Messeerlebnisse bewegten auch Peter Hohmann aus Bernburg erneut auf der mhm auszustellen. Der Tischlermeister und Restaurator präsentiert neben dem breiten Feld der Möbelrestaurierung ein flexibles Regalsystem. „Die Kunden müssen lernen, dass hochwertige Arbeit auch Geld kostet. Deshalb zeige ich hier, was Handwerkskunst vermag“, sagt Hohmann.

mitteldeutsche handwerksmesse

Heiß her und um Kunst geht es auch bei GLAStrid am Nachbarstand. Astrid Wieser stellt Schmuck und Dekorationsgegenstände aus Glas her. „Ich möchte hier für mein Handwerk werben, das leider nicht mehr vielen bekannt ist.“ Sie schwärmt von den vielfältigen Möglichkeiten des Werkstoffes und steckt dabei die Zuschauer an, die sich selbst ausprobieren dürfen. Viele seien dann erstaunt, dass das Aufblasen einer Weihnachtsbaumkugel sich letztlich als schwierig erweist, selbst wenn es bei Astrid Wieser selbst immer wieder spielend gelingt.

Mit der Einzigartigkeit seiner Produkte – besondere Tische aus Holz, Stahl und Kunstharz bzw. neuartige Stühle – wirbt Andreas Henschel. Auch er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunden die Wertarbeit, die hinter den Produkten steckt, kenntlich zu machen. „Und ein gutes Möbel steht für sich selbst“, so der Geschäftsführer der Steelware Design aus Schönebeck. Dem pflichtet Polsterer Christian Rautenberg aus Menz bei, der zum ersten Mal auf der Messe vertreten ist. Aus seiner Werkstatt sind die Polsterungen der Steelware-Stühle. „Mein Handwerk ist nicht mehr so breit bekannt, daher möchte ich es vorstellen und nach Kooperationspartnern suchen.“

Weitaus populärer sind dagegen die Baumkuchen aus Salzwedel. Auf mehr als 15 Auftritte am Stand des Handwerks kommt die Salzwedler Baumkuchen GmbH. Geschäftsführerin Rosemarie Lehmann schmückt ihren Stand neben vielen verschiedenen Baumkuchen auch noch mit zwei kulinarischen Sternen, Auszeichnungen des Landes für kreative, regionale Lebensmittel. „Dennoch ist uns der Auftritt auf der Messe wichtig. Denn ich möchte zeigen, was das Bäckerhandwerk kann“, so Lehmann.

Ein erstes Fazit zieht schon am Eröffnungstag Handwerkskammerpräsident Thomas Keindorf: „Die mitteldeutsche Handwerksmesse ist die größte regionale Leistungsschau unseres Berufsstandes. Unser Ziel ist es, für unser Handwerk zu werben, damit es wieder stärker als Leistungsträger in das Bewusstsein der Kunden gerät.“

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