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Steuertipp Thesaurierungsbesteuerung: Vorsicht vor Strafsteuer

Einzelunternehmer und Mitunternehmer einer Personengesellschaft können beim Finanzamt einen Antrag auf Thesaurierungsbesteuerung nach § 34a EStG stellen. Doch Vorsicht, sonst droht eine Nachsteuer.

Das Finanzamt besteuert nicht entnommene bzw. nicht ausgeschüttete Gewinne nicht mit dem persönlichen Steuersatz des Unternehmers, sondern mit einem fixen Steuersatz von 28,25 Prozent. Doch wer nicht aufpasst, muss eine Strafbesteuerung fürchten.

Neben dem fixen Steuersatz von 28,25 Prozent erhebt das Finanzamt bei der Thesaurierungsbesteuerung noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Wird der begünstigt besteuerte und nicht entnommene Gewinn allerdings in späteren Jahren doch noch entnommen, kommt es zu einer Nachsteuer. Diese beträgt 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Die Nachsteuer führt dazu, dass der Gewinn mit mehr als 50 Prozent besteuert wird.

Solidaritätszuschlag zur Nachsteuer fragwürdig

Ein mit Nachsteuer belasteter Unternehmer klagte gegen die Festsetzung des Solidaritätszuschlags zur Nachsteuer. Das Finanzgericht Hamburg sah hier keine Zweifel und gab der Finanzverwaltung Recht (FG Hamburg, Urteil vom 8. Dezember 2017, Az. 3 K 294/16).

Steuertipp: Sollte das Finanzamt bei Ihnen eine Nachsteuer samt Solidaritätszuschlag erheben, sollten Sie sich mit einem Einspruch gegen den Solidaritätszuschlag auf die Nachsteuer und mit einem Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens wehren. Denn nun muss der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren klären, ob sich das Finanzamt im Recht befindet. Die Chancen auf einen Erfolg für Unternehmer stehen bei 50:50. dhz

Im DHZ Steuerarchiv finden Sie weitere Steuertipps.

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