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Mobiltelefonie Telefonieren im Ausland: Roaming-Gebühren entfallen ab Mitte 2017

Wer im Ausland mit dem Handy telefoniert, zahlt Roaming-Gebühren. Ab Mitte 2017 ändert sich das innerhalb der EU, wie das Europäische Parlament nun beschlossen hat. Eine Ausnahme soll es allerdings geben.

Urlauber und Gelegenheitsreisende müssen ab Mitte 2017 keine Extragebühren für die Handynutzung im EU-Ausland mehr zahlen. Das hat das Europaparlament in Straßburg beschlossen. Die Roaming-Gebühren fallen damit am 15. Juni 2017 weg.

Es gibt aber eine Einschränkung: Wer dauerhaft eine günstigere SIM-Karte aus dem Ausland daheim nutzt, dem kann sein Anbieter auch weiterhin Extrakosten aufbrummen. Welche Kontingente an SMS, Telefonminuten und Daten frei bleiben müssen von den Roaming-Aufschlägen, wird die EU-Kommission noch ausarbeiten.

Noch fallen Extra-Kosten an

Derzeit ist beim Telefonieren in der EU der Höchstpreis für einen abgehenden Handyanruf auf rund 23 Cent pro Minute (Preise inklusive Mehrwertsteuer) festgelegt. Wer angerufen wird, zahlt höchstens etwa 6 Cent. Der Maximalpreis für eine SMS liegt bei rund 7 Cent, der Höchstpreis für ein Megabyte (MB) Daten bei ungefähr 24 Cent.

Geltungsbereich des Euro-Tarifs: Ob und welche Länder der Provider neben den 28 EU-Mitgliedsländern noch zum sogenannten Euro-Tarif anbietet, steht in der Preisliste. Etwa die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island können darunter sein, müssen es aber nicht.

Reisetarife ohne Preisobergrenzen

Telefonieren außerhalb der EU: Hier können leicht mehrere Euro pro Minute oder Megabyte auflaufen. Vor der Reise lohnt es sich, beim eigenen Anbieter die Tarife der Netzbetreiber des Urlaubslandes zu erfragen, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Am Urlaubsort könne dann in den Handy-Einstellungen unter "Manuelle Netzwahl" der Provider mit dem besten Angebot eingestellt werden. Am günstigsten sind immer SMS. Bereits daheim sollte man die Mailbox ausschalten. Sonst drohen hohe Kosten, warnen die Experten.

Reisetarife: Provider dürfen ihren Kunden auch alternative Reisetarife für EU-Länder anbieten. Wenn man diese gebucht hat, gelten die Preisobergrenzen des Euro-Tarifs nicht mehr. Ob sich ein Spezialtarif rechnet, hängt vom persönlichen Telefonie- und Surfverhalten im Ausland ab. Tipp: Vor dem Urlaub nachfragen, welcher Tarif eingestellt ist. Eine Änderung ist kostenlos und immer möglich. Reisetarife und Datenpakete gibt es auch für Nicht-EU-Länder.

Netzneutralität bleibt

Inklusivtarife: Bei neueren Tarifen sind teilweise schon Telefonminuten und Datenvolumen für die EU enthalten. Wer sich nicht sicher ist, studiert die Leistungsbeschreibung seines Tarifs.

Das Parlament hat auch neue Regeln zur Steuerung des zunehmenden Datenverkehrs im Internet beschlossen (Netzneutralität). Niemand soll sich seine Vorfahrt im Internet erkaufen dürfen, legt die Verordnung fest. Kritiker fürchten aber eine Einschränkung der Netzneutralität durch schwammige Formulierungen. dpa/dhz

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