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Erwerbslosenquoten Techniker und Meister haben bessere Aussichten als Akademiker

Die Zahl der Erwerbstätigen steigt in den vergangenen Jahren Monat für Monat. Nun zeigt eine Studie des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung: Techniker und Meister haben auf dem Arbeitsmarkt inzwischen bessere Perspektiven als Uniabsolventen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Meister im Handwerk

Je höher die formale Qualifikation, desto niedriger die Arbeitslosenquote. Das ist soweit nichts Neues. In den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosenquote gesunken, die Zahl der Erwerbstätigen steigt immer weiter. Geringqualifizierte sind deutlich öfter von Arbeitslosigkeit betroffen, als Hochschulabsolventen oder beruflich qualifizierte.

Doch eine Ausnahme gibt es von der Regel: "Es zeigt sich, dass die Erwerbslosenquoten der Personen mit einem Fachschul-, Meister- oder Technikerausbildung und die der Akademiker in einem ähnlich niedrigen Bereich liegen", heißt es in einer nun veröffentlichten Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- Berufsforschung (IAB). Seit der Wirtschaftskrise, also etwa seit dem Jahr 2010, sind Meister und Techniker sogar weniger von Erwerbslosigkeit betroffen als Hochschulabsolventen.

Hoher Bedarf an Technikern und Meistern

"Die Unterschiede bei der Erwerbslosenquote sind zwischen Technikern und Meistern bereits seit 2007 sehr, sehr klein", sagt Enzo Weber, einer der Autoren der Studie. Derzeit lägen beide Gruppen in etwa auf demselben Niveau. „In der Gruppe der Meister und Techniker gibt es sicherlich einen hohen Bedarf“, erläutert Weber jedoch.

Mittelfristig sei eine weitere leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten. Eine Langzeitprognose des IAB und des Bundesinstitutes für Berufsbildung zeige zudem, dass die der Bedarf bei Technikern und Meistern bis 2030 weiter steigen wird. "Bei der Gruppe der mittleren Bildungsabschlüsse wird es eine deutliche Verknappung geben. Stärker als bei den Akademikern", sagt der Wissenschaftler. Dass die Tendenz bei den Erwerbslosenquoten so weiter geht, ist also durchaus möglich. sch

Erwerbslosenquote im Vergleich

Jahr Insgesamt Fachschul-, Meister- und Technikerausbildung Hochschulausbildung
2005 12,9 6,7 5,4
2006 11,7 5,7 4,8
2007 10,6 4,0 4,0
2008 8,3 3,5 3,3
2009 8,1 3,5 3,3
2010 7,4 3,0 3,1
2011 6,1 2,3 2,4
2012 5,6 2,0 2,5
2013 5,4 2,0 2,5

Quelle: IAB; Zahlen ohne Auszubildende

Arbeitslosenquote im Vergleich

  2005 2013
Geringqualifizierte 41,50% 20%
beruflich Qualifizierte gesamt 9,70% 5,10%
berufliche Ausbildung 10,80% k.A.
Meister, Techniker 3,40% k.A.
Akademiker 4,10% 2,50%

Quelle: IAB; Zahlen ohne Auszubildende

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