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Digitale Fahrtenschreiber Tachographenpflicht: Das gilt fürs Handwerk

Am 2. März 2015 traten wichtige Teilbereiche der Tachographenverordnung in Kraft. Mit dieser EU-Verordnung wird geregelt, wie und wann Handwerker den digitalen Fahrtenschreiber zu nutzen haben. Das Wichtigste bei der Tachographenpflicht: die Handwerkerausnahme.

Tachographenpflicht: Die Änderung in der EU-Gesetzgebung zu Lenk-und Ruhezeiten soll für mehr Sicherheit auf Europas Straßen sorgen.

Was ändert sich fürs Handwerk?

Die wichtigste Grundlage: Handwerker, die ihr Fahrzeug zum Transport von Materialien zur Ausübung ihres Berufs nutzen, können dies innerhalb eines Radius von 100 Kilometern ohne Fahrtenschreiber tun. Das gilt für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen. Die Regelungen, die vor März 2015 galten, sahen einen Radius von 50 Kilometern vor. Das Fahren darf nicht die Hauptbeschäftigung des Fahrers sein.

Die anderen beiden Paragraphen, die seit März 2015 gelten, betreffen erstens die Zulassungen der Einbaubetriebe und Werkstätten und zweitens die Benutzung von Fahrerkarten und Schaublättern. Das Gros der Bestimmungen trat zum 2. März 2016 in Kraft. Dabei handelt es sich zumeist um technische Änderungen mit begrenzter Relevanz für das Handwerk. Die EU-Kommission hat die technischen Anforderungen für die neuen "intelligentern Fahrtenschreiber" festgelegt. Die neuen Geräte können Geschwindigkeiten und Entfernungen digital messen und speichern sowie Daten automatisch an Behörden schicken.

Für Betriebe ist vor allem die Handwerkerausnahme auf 100 Kilometer relevant. Das wird als Erfolg für das Handwerk gewertet, der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte sich in Brüssel dafür starkgemacht. Der Verordnung war ein jahrelanges politisches Tauziehen vorausgegangen. Ursprünglich hatte das Handwerk auf einen Radius von 150 Kilometer gepocht. Von der EU war zunächst auch geplant, digitale Fahrtenschreiber schon für 2,8-Tonner zur Pflicht zu machen. Nun sind es weiter 3,5 Tonnen.

Gibt es Ausnahmen?

Von Interesse sind auch die erweiterten Ausnahmen für Fahrzeuge mit Gas- und Elektroantrieb. Die Fahrzeuge sind bis zu einem Umkreis von 100 Kilometern von der Tachopflicht freigestellt (bis 7,5 Tonnen) – und dabei spielen die Art der transportierten Waren und die Haupttätigkeit des Fahrers im Gegensatz zur klassischen Handwerkerregelung keine Rolle.

Alle Regelungen der Verordnung gelten direkt und wurden in gleicher Weise in allen Mitgliedstaaten umgesetzt; es bedarf also keiner expliziten Übernahme durch nationale Gesetze mehr. bur

Die Tachographenpflicht im Überblick

  • Digitale Fahrtenschreiber sind Pflicht für gewerblich genutzte Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.
  • Die Pflicht gilt ab einem Radius von 100 Kilometern rund um den Unternehmenssitz. Bislang waren es 50 Kilometer.
  • Baustellenfahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen sind innerhalb von 100 Kilometern ausgenommen, wenn sie Geräte transportieren, die der Fahrer zur Arbeit braucht.

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